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Archiv der Blogeinträge von: Christine Walter

Mrz 23
Themen
Natur

British Columbia – Winter in der Wildnis 0

© Lischewski

© Lischewski

Von Nicole Lischewski
„Da will ein Elch über das Eis!“ Chris zeigt aus dem Fenster unserer Blockhütte. Der See ist noch nicht lange zugefroren, das ist doch viel zu riskant? Ich springe vom Sofa auf. Aber tatsächlich: Unten am Ufer steht eine Elchkuh, die unschlüssig das Eis testet. Ein Bein vor, dann das nächste, vorsichtiges Rutschen. Stehenbleiben. Sie wirkt wie die vierbeinige Version eines ungelenken Schlittschuhläufers. Sehnsüchtig blickt sie zum anderen Ufer, das fast den ganzen November im Eisnebel versteckt gewesen war. Jetzt ist es sichtbar, da der Tagish Lake seit dem Gefrieren nicht mehr in der Kälte dampft. Noch ein Schritt, ein überlegendes Schnuppern am Eis. Die langen Ohren drehen sich grübelnd.

Ich beiße mir auf die Lippen: „Meinst du, das trägt sie schon?“, frage ich Chris. Ich beobachte nervös, wie sich das Tier einen weiteren, vorischtigen Schritt vorwagt, immer wieder unsicher um sich schaut, und dann – große Scheiben Eis schleudern plötzlich senkrecht empor, Klumpen von Schneematsch und Wasser spritzen hoch, wo eben noch der Elch stand. Etwas Dunkles, Braunes taucht panisch auf und nieder. Kopf und Vorderbeine bäumen sich aus dem Wasser, als das schwere Tier versucht, sich zurück aufs Eis zu schieben. Aber es bricht, und die Elchkuh geht erneut unter. „Die schafft das nicht, wir müssen was tun!“ Chris läuft vor dem Fenster auf und ab. Meine Gedanken überschlagen sich: Mit der Axt das Eis in Richtung Ufer zertrümmern, sodass die Elchkuh an Land schwimmen kann? Oder ein Seil um sie binden und sie mit dem Schneemobil herausziehen. Aber wenn sie in ihrer Panik noch weiter weg vom Ufer gerät? Oder einen von uns ernst verletzt? Schnelle Hilfe gibt es hier draußen weder für uns noch für Tiere. Entweder, man hält in einer Notsituation die Stunden durch, bis ein Rettungshubschrauber kommt, oder man stirbt.

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Mrz 19
Themen
Reisen

World Jade Symposium – Ich entferne, was nicht dazu gehört 0

© Heinold

© Heinold

Von Annegret Heinold
2011 gab es zum ersten Mal das „World Jade Symposium“, einen Wettbewerb, bei dem 50 Schnitzer aus aller Welt ein Kunstwerk einreichten, das sie aus einem 3 x 2 x 1 Zoll großen Jadestück schnitzten. Der Sieger war Chris Dobranski, ein Kanadier mit deutschen Wurzeln.

Chris Dobranski sagt, als Erklärung dazu, wie seine Skulpturen entstehen: „Ich entferne, was nicht dahin gehört“. Und wenn er eine Figur in der Hand hält, und auf das zeigt, was entfernt werden muss, versteht man sofort, was er meint. Er entfernt das, was nicht dahin gehört, so gut, dass er 2011 den ersten Preis auf dem World Jade Symposium gewann und somit zur Zeit der weltbeste Schnitzer für Jade ist. Er gewann mit seiner Skulptur „Dreamspeaker“. Einer Figur aus Jade, Opal, Achat, Koralle und Holz. Sie stellt einen Raben dar, in einen Mantel gehüllt, der in seinen Krallen die Instrumente eines sogenannten Dreamspeakers hält. In der einen Kralle hält er eine Dechsel, ein Werkzeug, das zum Schnitzen von Totempfählen verwendet wird. Und in der anderen Kralle hält er eine Rassel, wie sie bei den traditionellen Tänzen der Ureinwohner benutzt wird.

Wie kommt man auf so eine Figur? Wie kommt Chris Dobranski überhaupt zu seinen Skulpturen? Wir stehen in seiner Werkstatt in Tahsis, dem kleinen Dorf an der Westküste auf Vancouver Island, in dem Chris jetzt lebt und arbeitet. Hier hat er seine Geräte, mit denen er die Steine bearbeitet. Eine große Schleifmaschine, Bohrmaschinen, Feilen. Ein ganzes Basement voller Geräte, ein ganzes Haus voller Steine. Hier lagern die Steine, Geweihe, Hölzer, aus denen die nächsten Kunstwerke entstehen werden. Der Brocken Jade, den er als Preis auf dem World Jade Symposium gewann. Zwei große Geweihe, die ihm jemand geschenkt hat, und aus denen er jetzt als Auftrag für einen Kunden zwei überdimensionale Cribbage-Spielfelder schnitzen wird. Auf dem Tisch steht ein kleiner Eisbär aus Quarz, daneben liegt eine Platte aus Marmor, auf die er den Eisbären montieren wird, wenn er fertig ist. Die Fußstapfen sind schon eingeschliffen, es wird aussehen, als ob der Eisbär über den schwarzen Marmor läuft. Während Chris mir seine Werkstatt zeigt, frage ich ihn, wie er zum Schnitzen gekommen ist.

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Mrz 15
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Reisen

Alberta – Kananaskis Country: Ein abwechslungsreiche Tour in Alberta 0

© Walter

© Walter

Von Helga & Arnold Walter
Wer aus den großen Nationalparks kommend auf dem Trans-Canada Highway Richtung Calgary unterwegs ist, erreicht den Highway 40 (Kananaskis Trail) etwa 30 Kilometer östlich von Canmore, kurz bevor die Prärie bestimmend wird. Der Highway 40 führt mitten durch das Kananaskis Country und überrascht mit beeindruckenden Ausblicken auf felsige Bergmassive, reißende Flüsse und einer unendlich schönen Landschaft. Besonders im Indian Summer erstrahlen die ausgedehnten Waldgebiete in einem wahren Farbmosaik.

Das Kananaskis Country bietet neben der eindrucksvollen Szenerie ganzjährig ein breites Angebot an Outdoor-Aktivitäten. Im Sommer lockt die Bergwelt mit zahlreichen Wander- und Mountainbike-Trails. Im Winter erwacht das Kananaskis Village zum Leben und wird zum beliebten Anlaufpunkt für Besucher des angrenzenden Nakiska Skigebietes.

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Mrz 11
Themen
Natur

Yukon – Auf Jack Londons eisiger Spur: Wintererlebnisse im Yukon 0

© Juhran

© Juhran

Von Michael Juhran
Fast Hunderttausend Glücksritter zog es während des Goldrausches 1897/98 in das kanadische Yukon-Gebiet. Auch der arbeitslose Jack London suchte am Klondike sein Glück, musste aber – von Skorbut geplagt – bereits nach einem harten Winter die Heimreise antreten. Er brachte nur wenig Goldstaub mit – dafür aber eine Fülle von Geschichten für faszinierende Novellen. Auch heute ist eine Reise in den Norden Kanadas ein außergewöhnliches Abenteuer, folgt man dem „Ruf der Wildnis“.

In der Provinzhauptstadt Whitehorse fällt die Quecksilbersäule im Januar im Stundentakt. Erst bei minus 30 Grad Celsius scheint sich die Wetterlage am nächsten Morgen zu stabilisieren. Langsam saugt die aufgehende Sonne den Nebel aus dem Tal, das der Yukon River in die Landschaft geschnitten hat. Auf dem Schwatka Lake absolvieren Extremsportler den ersten Wettbewerb der Fulda-Challenge: Einen 12,5 Kilometer langen Skilanglauf. Von einer schützenden Kapuze vermummt, liegen lediglich ihre Augen frei, ein frostiger Wind peitscht über den zugefrorenen See und verklebt die Augenbrauen mit Eis.
Neben ihnen landet eine mit Schneekufen ausgerüstete Cessna, gesteuert von Gerd Mannsperger, einem deutschen Buschpiloten, der seit 18 Jahren Touristen über die Wildnis des nördlichen Kanadas fliegt. Jetzt, im Winter, kann sich Gerd keine lange Pause gönnen. Bevor der Motor erkaltet, startet er seine Maschine nach wenigen Minuten erneut. Dem Verlauf des Yukon folgend, tauchen unter ihm der stillgelegte Raddampfer Klondike und kurz dahinter die ersten Häuser von Whitehorse auf. Dann dreht Gerd ab, es geht über eine zerklüftete Bergwelt, die sich scheinbar endlos bis zum Horizont erstreckt.
Riesige Wälder, einsame Seen, reißende Flüsse – Wildnis soweit das Auge reicht. Ganze 31.000 Einwohner leben im Yukon, dessen Fläche die von Deutschland und der Schweiz zusammen übertrifft, davon 23.000 in Whitehorse.

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Mrz 09
Themen
Reisen

Ontario – Die Großen Seen: Eine Reise durch den Indian Summer (Teil 2) 0

© Gottschalk

© Gottschalk

Von Anna Lena Gottschalk
Überwältigende Dimensionen. Leuchtende Farben. Unendliche Weiten, einsame Gegenden und belebte Metropolen. Kanada ist ein Land der Superlative. Mitten im Landesinnern: Die Großen Seen, immer an der Grenze zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Zusammen nehmen sie eine Fläche von ungefähr 245 000 Quadratkilometern ein – fast so groß wie Großbritannien – und bilden damit nicht nur die größte Süßwasserfläche der Welt, sondern decken auch 20 Prozent des Süßwasserbedarfs weltweit. Es sind Seen so groß wie Meere. Über schmale Kanäle und Flüsse gehen sie ineinander über. Der Lake Michigan, Lake Superior, Lake Huron, Lake Erie und Lake Ontario. Über den Sankt-Lorenz-Seeweg sind sie mit dem Atlantik verbunden. Auf der kanadischen Seite zieht sich Kanadas zweitgrößte Provinz Ontario an den Seeufern entlang. Ontario bedeutet übersetzt so viel wie „glitzerndes Wasser“. Dieses Wasser macht den Reiz der Gegend aus.

Im September und Oktober, wenn der Indian Summer seine ganze, gewaltige Farbpracht entfaltet, ist dies eine Reise, die sich lohnt. Die Bäume leuchten golden, purpurn, beinahe unnatürlich kräftig – ein Kunstwerk der Natur, an dem man sich kaum sattsehen kann.

Zwei Wochen lang bereise ich die fünf Seen per Schiff, von Chicago bis Toronto mit zahlreichen Zwischenstopps – eine Reise durch den Indian Summer. Den Lake Michigan, Chicago, Traverse City, Mackinac Island und Duluth in den USA, sowie Thunder Bay am Nordostufer des Lake Superior haben wir hinter uns gelassen. Wir haben die Soo-Schleuse passiert und erreichen nun unser nächstes Ziel, einen Ort an der Stelle, wo der Lake Superior in den Lake Huron übergeht.

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