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Jun 16

Gekommen um zu bleiben: Leben und arbeiten in Toronto

Karin Wells (re.) mit ihrer Schwester Eva (c) Astrid Hofer

Karin Wells (re.) mit ihrer Schwes­ter Eva © Astrid Hofer

Viele träu­men davon, Karin Wells (36) hat den Schritt gewagt: 1998 wan­derte sie mit ihrem Freund von Öster­reich nach Kanada aus. Die Bezie­hung ging in die Brü­che, doch Wells blieb ihrer neuen Hei­mat­stadt Toronto treu. 13 Jahre spä­ter lebt sie immer noch in Nord­ame­rika, fühlt sich inzwi­schen als echte Kana­die­rin. „Home is where the heart is – und mein Herz ist hier“, sagt die Aus­wan­de­rin, die als Kran­ken­schwes­ter in der Not­auf­nahme eines Kran­ken­hau­ses in Down­town Toronto arbei­tet – und inzwi­schen glück­lich mit einem Kana­dier liiert ist. Neben guten beruf­li­chen Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten und fla­chen Hier­ar­chien am Arbeits­platz schätzt sie in Toronto vor allem ihren inter­na­tio­na­len Freun­des­kreis. Eine Rück­kehr nach Öster­reich kann sie sich der­zeit nicht vor­stel­len – auch wenn sie ihre Fami­lie immer noch vermisst.

Im Inter­view mit 360° Kanada-Autorin Astrid Hofer ver­rät Karin Wells, wie sie Ein­wan­de­rungs­d­schun­gel und Arbeits­su­che in Toronto gemeis­tert hat, was sie an ihrer neuen Hei­mat schätzt — und an ihrer alten bis heute vermisst.

360°: Wie kam es dazu, dass Sie 1998 nach Kanada aus­ge­wan­dert sind?

Karin Wells: Mich hat das Aus­land schon immer gereizt. Aller­dings habe ich eher an Schwe­den gedacht. Dass es dann Kanada wurde, war eher Zufall. Ich bin im April 1998 mit mei­nem dama­li­gen Freund und mit Hab und Gut – inklu­sive Hund – aus­ge­wan­dert. Er ist in Öster­reich gebo­ren und auf­ge­wach­sen, doch seine Fami­lie lebte bereits in Kanada. Und auch er hatte schon eine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung. Ich war 21 Jahre alt und flog nach Kanada mit dem Gedan­ken „schauen wir mal“. Nun bin ich immer noch hier.

360°: Hat­ten Sie vor dem Umzug schon eine Bezie­hung zum Land, durch frü­here Auf­ent­halte etwa oder durch Verwandte?

Wells: Ja, 1997 war ich in Kanada auf Urlaub, um die Fami­lie mei­nes dama­li­gen Freun­des zu besu­chen. Es war mein ers­tes Mal in Nord­ame­rika und Toronto, der CN Tower, die Nia­ga­ra­fälle und der Mix von Leu­ten aus unter­schied­li­chen Län­dern haben mir gleich sehr gut gefallen.

360°: Wie haben Sie den Ein­wan­de­rungs­pro­zess erlebt? Wel­che Tipps wür­den Sie Leu­ten geben, die eben­falls von einem Leben in Kanada träumen?

Wells: Bei mir war es ein­fa­cher, da ich in Kanada gehei­ra­tet habe. Bei der Ein­reise bekam ich ein Tou­ris­ten­vi­sum für ein hal­bes Jahr, nach fünf Mona­ten hatte ich dann die dau­er­hafte Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung. Ich musste viele For­mu­lare für die Immi­gra­ti­ons­be­hörde aus­fül­len und Fotos mit­schi­cken, um zu bewei­sen, dass es sich um keine Schein­ehe han­delt. Ich habe auch um eine Arbeits­ge­neh­mi­gung ange­sucht. Ich war damals Behin­der­ten­be­treue­rin und habe bei einer Ein­rich­tung in Toronto frei­wil­lig gear­bei­tet, oft jeden Tag. Ich hatte des­halb keine Pro­bleme mit dem Job­an­ge­bot, das ich für die Arbeits­ge­neh­mi­gung brauchte. Inzwi­schen hat sich der Pro­zess aber geän­dert, dau­ert nun viel län­ger. Poten­zi­elle Ein­wan­de­rer soll­ten sich des­halb gründ­lich über die Bestim­mun­gen und das Punk­te­sys­tem infor­mie­ren und erkun­di­gen, ob ihre Aus­bil­dung und Schul­ab­schlüsse in Kanada aner­kannt wer­den. Manch­mal muss man Kurse und Prü­fun­gen nach­ma­chen, zum Bei­spiel wenn man als Arzt prak­ti­zie­ren will.

Das voll­stän­dige Inter­view und viele wei­tere Bei­träge aus den Res­sorts Tra­vel & Out­doors, Emi­gra­tion & Working Holi­days, Cul­ture & Life­style lesen Sie in der neuen Aus­gabe von 360° Kanada (Nr. 3/2012). Ab 14. Juni im Zeit­schrif­ten­han­del erhält­lich oder unter E-Mail Adresse ver­steckt zum Spam­schutz (als Print­ma­ga­zin oder PDF).

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