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Jan 27

Inuvik Tuktoyaktuk Highway

Der Bau des Mackenzie Valley Highway

Seit den 1960er Jahren ist er in Planung, im Jahr 2013 begannen die ersten Bauarbeiten. Der Allwetter-Highway zwischen Inuvik und Tuktoyaktuk (ITH) wurde fast fünf Jahrzehnte in alle Richtungen geplant und abgewogen, nun soll die befestigte, ganzjährig befahrbare Straßenverbindung die nur im Winter hergestellte und befahrbare Iceroad ersetzen.

ITH

Die Arbeiten am ITH gehen voran. Foto: © James MacKenzie

(360fk). Auch in der sogenannten Wildnis ist es nicht einfach, einmal so eine Straße zu bauen. Dies lässt sich an der Zeit ablesen, die seit der Planung der Allwetterstraße von Inuvik nach Tuktoyaktuk bis zu den ersten Baumaßnahmen vergangen ist, fast fünf Jahrzehnte. Technische Studien, Profile, Verlauf der Fahrbahn, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Wirtschaftlichkeitsprüfungen, die Prüfung und Genehmigung für Gesteinsabbaurechte für Schotter, Kies und andere Baumaterialien und vieles mehr gingen dem ersten Bauabschnitt voraus.
Auch der Aufbau der Straße, die allen Wetterverhältnissen trotzen und eine ganzjährige Befahrung ermöglichen soll, erforderte eine jahrelange Planung. Vorallem sorgte der vorherrschende Permafrost für reichliche Diskussionen.
Im Winter/Frühjahr 2012/2013 und im Herbst 2013 wurden erste Zufahrten von der Navy Road in Inuvik als südliche Verbindung zum Highway und die ersten 19 Kilometer der Straße ausgebaut. Derzeit warten die Straßenbauarbeiter auf kaltes Wetter, denn an der Straße kann nur vom späten Herbst bis ins kommende Frühjahr gebaut werden.

Die beteiligten Gemeinden, die Menschen der Region
sollen vom Straßenbauprojekt profitieren

Die Inuvialuit haben ihre Heimat in den arktischen Regionen seit Jahrhunderten, diese erstreckt sich von der Grenze zu Alaska bis zum östlich gelegenen Amundsen-Golf. Im Landesinneren reicht das Gebiet bis nach Inuvik und die Gemeinde Aklavik. Die Gemeinden der Inuvialuit zählt ungefähr 3100 Personen, sie sprechen bis zu vier verschiedene Dialekte des Inuvialuktun, einer der elf Amtssprachen der Northwest Territories.
Die 1984 unterzeichnete Vereinbarung mit den Inuvialuit definiert die Region und die Ziele, nämlich die Erhaltung der Inuvialuit-Kultur und deren Werte. Ebenso sollen die dort lebenden Menschen in die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region mit einbezogen werden, in den Schutz der Arktischen Tierwelt und der Umwelt. Die verwaltungstechnische Leitung der Inuvialuit Settlement Region wird durch die Inuvialuit Regional Corporation übernommen. Die Corporation hat auch die Aufgabe, das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohlergehen der Inuvialuit stetig zu verbessern.

Der Ausbau und die Fertigstellung des Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway (ITH) soll den Menschen in der Region, aber auch dem restlichen Kanada viele Vorteile bringen, sowohl kurz- als auch langfristig.

Mehr als 1000 Personenjahre der Beschäftigung und 40 langfristige Arbeitsplätze beim Bau und dem Unterhalt der Straße.
Weitere 860 dem Straßenbau zugeordnete und neun langfristige, dem Unterhalt des Verkehrsweges zugeordnete Arbeitsplätze entstehen in anderen Teilen Kanadas.
Durch den Straßenbau können zukünftig ganzjährig Waren bis nach Tuktoyaktuk transportiert werden, ebenso wird es leichter, touristische Reiserouten zu erschließen. Dementsprechend rechnen die Behörde bei der Versorgung mit Einsparungen bei den Lebenshaltungskosten der Bewohner in Höhe von 1,5 Millionen Can$, das Umsatzplus beim Tourismus wird mit 2,7 Millionen Can$ angegeben, 22 Vollzeitstellen sollen in den Tourismusbehörden der Northwest Territories entstehen.

Die Rolle Inuviks als regionales Handels- und Wirtschaftszentrum wird durch den Bau des ITH wird ebenfalls gestärkt und ausgebaut. Dadurch erhöhen sich die Chancen für die in der Region wohnenden Familien, die soziale Situation zu verbessern, insbesondere in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung, wirtschaftliche Teilhabe, aber auch in der Gestaltung der Freizeit. Zur Umsetzung der Konzeption wird die Bevölkerung und die Inuvialuit Regional Corporation eng mit eingebunden.
Informationen zu:

Inuvik
Inuvik liegt im Mackenzie Delta, zwei Grad oberhalb des Polarkreises am Ost-Kanal des Mackenzie River. Inuvik ist die nördliche Endstation des Dempster Highway, der die Region Inuvik in das Yukon Highway System einbindet. Somit ist der kommende ITH eine direkte Verbindung und Weiterführung des Dempster Highway. Inuvik hat 3484 Einwohner und ist das Verwaltungszentrum der Region Inuvik.
Seit 1970 hat die Gemeinde Stadtrecht mit gewähltem Bürgermeister und Gemeinderat. Die Stadt ist für ihre Kirche in Igluform bekannt, und die „kleine Moschee in der Tundra“ ist das nördlichst gelegene muslimsche Gotteshaus in Nordamerika. Bekannt ist Inuvik auch für das „Great Northern Arts Festival“, das jährlich im Juli stattfindet.

Tuktoyaktuk
Tuktoyaktuk ist ein kleines Dorf mit etwa 930 Einwohnern am Ufer des Arktischen Ozean, nordöstlich von Inuvik gelegen. Die günstige Lage an der Kugmalit Bay, in der Nähe des Mackenzie River Delta, wird von den Inuvialuit seit Jahrhunderten dazu genutzt, Karibus an Land und Beluga-Wale im Meer zu jagen. Von Tuktoyaktuk aus werden auch andere Siedlungen der Region mit Waren aller Art versorgt.
Fünf Kilometer nördlich von Tuktoyaktuk liegt die Pingo National Landmark. Das 16 Quadratkilometer große Gebiet schützt die Pingos, erdbedeckte Eiskerne die sich aus dem sonst flachen Land erheben. In dem 1984 von Parks Canada eingerichteten Gebiet gibt es ungefähr 1350 Pingos, das ist etwa ein Viertel aller derartigen Erhebungen weltweit. Der Ibyuk ist mit 49 Metern Höhe der höchste Pingo Kanadas und der zweithöchste weltweit. Er wächst jährlich um zwei Zentimeter, sein Alter wird etwa auf 1000 Jahre geschätzt.

Fotoquellen/Informationen: Alle Fotos, mit Ausnahme Bild Pingos mit freundlicher Genehmigung und Überlassung durch Northwest Territories Transportation, die uns bei der Erstellung der Dokumentation unterstützt hat.

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