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Mrz 12

Es gibt sie noch, die Bisons… Tobi’s Roadtrip Teil 2

9 Uhr, Fort Nelson, bewölkter Himmel – Teil 2 des Roadtrips beginnt. Ziel unbekannt.
Schon kurz nach Fort Nelson die erste Werbeanzeige für Bisons auf dem Highway… da sind wir aber mal gespannt.
Bei meiner letzten Fahrt auf dem Alaska Highway hatte ich tatsächlich welche gesehen. Ob dies heute auch der Fall sein wird?

Lange Strecken auf dem Alaska Highway

Lange Strecken auf dem Alaska Highway

Vorsicht Bison - Hinweisschild auf dem Alaska Highway

Vorsicht Bison – Hinweisschild auf dem Alaska Highway

Der Highway ist frei. Anfangs noch etwas mit Schnee und Eis bedeckt, aber dies wurde nach und nach besser. Wie immer zu dieser Jahreszeit sind nicht sonderlich viele Autos unterwegs. Jedoch einige sehr schnell fahrende LKWs. Klar, wir in Whitehorse brauchen ja schließlich was zu essen :-).

Den ersten Pass (Passhoehe 1070 Meter) erreiche ich nach knapp einer Stunde. Die Sonne kämpft sich nach und nach durch die Wolken und sorgt dafür, dass dieser Tag ein ganz besonderer wird. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf die nordlichen Rocky Mountains.

Die nördlichen Rocky Mountains

Die nördlichen Rocky Mountains

Nach über zwei Stunden noch keine Bisons in Sicht, jedoch bin ich an Pferden auf der Koppel und an Wildpferden vorbeigefahren. Aber das war es dann auch schon. Zwischendurch macht sich eine Raben-Gang auf dem Highway breit, jedoch verschwinden die aus Sicherheitsgründen wenige Bruchteile von Sekunden, ehe ich diese passiere. Die Landschaften sind gigantisch. Der Teil des Alaska Highways, genau der von Fort Nelson nach Muncho Lake Provincial Park und noch weiter, ist einer der schönsten Abschnitte der 1942 erbauten Verbindung zwischen Dawson Creek (BC) und Delta Junction (AK).

Wundervolle Landschaften entlang des Alaska Highways

Wundervolle Landschaften entlang des Alaska Highways

Muncho Lake

Muncho Lake

Wundervolle Landschaften entlang des Alaska Highways

Wundervolle Landschaften entlang des Alaska Highways

Nach über 3,5 Stunden und zahlreichen Stopps, haben sich die in großer Anzahl existierenden Bisons immer noch nicht gezeigt. Überall große Hinweisschilder, riesen große Werbebanner für diese wunderbaren Tiere. Jedoch scheinen diese mit anderen Dingen beschäftigt zu sein, als sich am Straßenrand den noch nicht auf der Straße fahrenden Touristen zu zeigen.

Die Werbetrommel für die Bisons wird fleissig gerührt...

Die Werbetrommel für die Bisons wird fleissig gerührt…

Hinweisschild auf Bisons auf dem Alaska Highway

Hinweisschild auf Bisons auf dem Alaska Highway

Doch dann ist es soweit. Wenige Kilometer vor den Liard Hot Springs liegen einige der Tiere im Schnee und graben darunter nach etwas Gras. Sieht in der Sonne und der Liegeposition sehr gechillt aus. Ein Bus mit einer Gruppe junger Menschen aus Singapur , wie sich später herausstellt, hält nur wenige Minuten nach mir an der selben Stelle an. Endlich! Die Freude ist groß, da die Bisons zu den Tieren gehören, die ich sehr gerne beobachte.

Bisons beim chillen

Bisons beim chillen

Was für ein tolles Tier - Das Bison

Was für ein tolles Tier – Das Bison

Nach einigen Minuten ist der Bison-Hype dann vorbei und es geht weiter in Richtung Liard Hot Springs. Diese heissen Quellen sind aus meiner Sicht eine der absolut schönsten Hot Springs in Kanada. Ein 700 Meter langer Holzsteeg führt über ein Moor hinweg zu diesen naturbelassenen Quellen. Dort angekommen stellt sich mir schnell die Frage, wie ich bei – 20°C mich von meinen warmen Klamotten trennen, in die Badehose schlüpfen und dann ins Wasser gehen kann… Ist das kalt! So schnell war selten so viel ausgezogen und ich im warmen Wasser. Die Liard Hot Springs haben an der Quelle ca. 65°C. Bei einem Besuch im Sommer vor einigen Jahren konnte man nicht näher als 5-7 Meter an diese Quelle heran, da es einfach zu heiss war. Heute befinden sich einige Menschen inklusive mir keine 2 Meter davon weg. Es ist warm, sagen wir heiss, aber bei der Lufttemperatur ist das auch das Beste, was einem passieren kann. Ich unterhalte mich mit einigen der Badegäste, praktisch allen. Unter anderem kommt auch die Singapur-Gruppe, die eine solche heisse Quelle noch niemals gesehen haben, weder im Winter noch im Sommer. Zumindest muss man bei dem Geräuschpegel davon ausgehen.

Liard Hot Springs - die schönsten heissen Quellen in Kanada

Liard Hot Springs – die schönsten heissen Quellen in Kanada

Liard Hot Springs

Liard Hot Springs

Nach knapp 2 Stunden mache ich mich völlig aufgeweicht auf den Weg aus dem Wasser. Stopp! Was jetzt? Nass aus dem Wasser? Die Haare sind aufgrund der Kälte bereits weiss wie Schnee, was erwartet mich jetzt da draussen? So schnell wie ich ausgezogen war, bin ich abgetrocknet und angezogen. Den schwefeligen Geruch an meinem Körper nehme ich in Kauf, der darf bis zur nächsten Dusche bei mir bleiben.

Der Weg zu den Liard Hot Springs

Der Weg zu den Liard Hot Springs

Die Fahrt geht weiter Richtung Watson Lake. Nochmals ca 2,5 Stunden und 220 Kilometer bis zu einer möglichen Übernachtungs-Location. Noch immer sind wir im Bison-Gebiet. Sehe ich etwa noch mehr? Tatsächlich. Mehrmals halte ich an, bestaune und fotografiere die Tiere.

Kleine Herde Bisons am Straßenrand

Kleine Herde Bisons am Straßenrand

Wood Bison

Wood Bison

Dann kommt etwas, wovon jeder Tierfreund träumt. Eine Herde Bisons, ca. 120 Tiere nach meiner Zählung, sucht sich etwas zu essen am Straßenrand. Ich bin mitten drin (statt nur dabei). Wie bereits vor einigen Jahren stehen die Tiere keine zwei Meter von mir weg. Gemütlich schauen diese zu mir auf, lassen sich jedoch nicht beirren auf ihrer Suche nach etwas essbarem. Einige der großen Bisons kreuzen die Straße; ist das Gras auf der anderern Seite vielleicht grüner und schmackhafter?

Bisons am Alaska Highway

Bisons am Alaska Highway

Beeindruckendes Tier - Ein Bison am Straßenrand

Beeindruckendes Tier – Ein Bison am Straßenrand

Auf der weiteren Fahrt Richtung Watson Lake sehe ich immer wieder einzelne und kleinere Gruppen von Bisons. Unglaublich, wie viele Tiere es hier hat.
Um 6 Uhr am Abend erreiche ich Watson Lake. Was war da gleich nochmals? Richtig! Der berühmte Schilderwald, der Sign Post Forest. 1942 wurde dieser Schilderwald mehr oder weniger von einem GI der Amerikanischen Streitkräfte während des Baus des Alaska Highways. Er hatte die Aufgabe, einen bestehenden Wegweiser zu reparieren. Stattdessen bzw zusätzlich befestigte er an dem Wegweiser ein Schild, welches in seine Heimatstadt, Danville (Illinois) zeigte. Viele andere Menschen taten es ihm gleich und heute sind mehr als 100.000 Schilder aus der ganzen Welt in diesem Schilderpark zu sehen.

Sign Post Forst Watson Lake - Ein Schilderpark

Sign Post Forst Watson Lake – Ein Schilderpark

Schilderpark in Watson Lake - über 100.000 Schilder sind dort zu sehen

Schilderpark in Watson Lake – über 100.000 Schilder sind dort zu sehen

In Watson Lake, bereits wieder im Yukon angekommen, gönnte ich mir ein leckeres Abendessen. Dabei fiel die Entscheidung, die überbleibenden 465 Kilometer nach Whitehorse doch noch zu fahren. Die Dämmerung in vollem Gange hielt mich davon nicht ab. Der Highway war nahezu eisfrei auf diesem Teilabschnitt, was das Fahren einfacher machte. Jedoch musste ich auf straßenkreuzende Wildtiere aufpassen, wie beispielsweise die 2 Rehe, die sich mitten auf der Straße nicht entscheiden konnten, wohin ihr weg sie führen sollte. Das Schauspiel dauerte zwei Minuten, dann ging es weiter.

Nach wiederum ca. 1000 Kilometer Fahrt am zweiten und letzten Tag des Roadtrips, war ich dann gegen 11 Uhr in der Nacht zuhause in Whitehorse. Dieser zweite Tag war um ein vielfaches spannender, schöner und erlebnisreicher als Tag 1. Ich bin so unheimlich dankbar, dass ich das alles miterleben kann und darf. Es macht einen so unheimlich glücklich, diese Landschaften, Tiere, Naturschauspiele und Menschen zu sehen und kennenzulernen.

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