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Archiv für das Schlagwort: Calgary

Feb 22
Themen
Reisen

Ein besonderes Souvenir: Cowboystiefel aus Calgary 1

So sehen gut eingetragene Stiefel aus (c) J. Schoon

So sehen gut eingetragene Stiefel aus (c) J. Schoon

„Yaa-hooo we are open“ steht in Riesenlettern über der Tür einer Lagerhalle im Industriegebiet Calgarys. Hier stellt die Alberta Boot Company auf 650 Quadratmetern (Cowboy)Stiefel in allen nur erdenklichen Farben, Formen, Mustern und Lederarten her. Regenbogenfarbene Stiefel aus Rochenhaut? Schuhgröße 52 und ein Faible für Krokodile? Kein Problem für Firmenchef Tim Gerwing und seine Mitarbeiter. Im hinteren Teil der Lagerhalle (wo Kunden leider keinen Zutritt haben) bearbeiten sie auch Sonderwünsche und Maßanfertigungen.

1500 Paar stellen sie jedes Jahr her, die Kundschaft kommt aus der ganzen Welt. In den Wochen vor der Stampede müssen die Arbeiter Nachtschichten einlegen: Dann bringt gefühlt ganz Alberta seine Stiefel zum neu Besohlen vorbei oder kauft sich ein neues Paar, das bis zum größten Rodeo der Welt natürlich eingelaufen werden will. Der Wahnsinn endet in jedem Jahr am Tag nach der Stampede: Dann macht der Laden für drei Wochen wohlverdiente Betriebsferien.

Stolz ist die Alberta Boot Company auf ihre prominente Kundschaft: zahlreiche Filmstars haben die Stiefelmeister bereits ausgestattet, darunter Heath Ledger und Jake Gylenhall („Brokeback Mountain“), Jackie Chan oder Lucy Liu („Shanghai Noon“). Am Tresen liegt ein Fotoalbum, in dem man so manches bekannte Gesicht entdecken kann.

Aber auch „von der Stange“ gibt es hier Modelle mit schmalerem und breiterem Fußbett, halbe und ganze Größen und eine Vielzahl an Mustern, Ledersorten und Farben. Mit Kennerblick mustern die Mitarbeiter im Laden meine Füße und bringen passende Modelle aus dem Lager. Überraschend bequem sind sie, bereits beim ersten Reinschlüpfen. Aber das täuscht: Jedes Paar Stiefel muss zuerst eingelaufen werden. „Da hilft nur eins: tragen, tragen tragen. Auch wenn es wehtut“, sagt Inhaber Tim Gershing. Er weiß, wovon er redet: Außer im Urlaub trägt er jeden Tag, zu jedem Anlass Stiefel der Alberta Boot Company. „Bei mir dauert es zum Glück immer nur ein paar Tage“, schmunzelt er. „Weil ich kein Leichtgewicht bin.“

Alberta Boot Company, #50, 50th Ave South, Tel. (403) 263-4623), www.albertaboot.com.

Sep 15
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Reisen

Schlauchbootfahren quer durch Calgary 2

Schlauchbootfahrer auf dem Elbow River, Calgary

Schlauchbootfahrer auf dem Elbow River, Calgary (c) Julia Schoon

Liebstes Sommervergnügen der Calgarians ist es, sich mit einem Schlauchboot den Bow oder Elbow River heruntertreiben lassen, quer durch die Stadt. Das ist kinderleicht, völlig ungefährlich und macht einen Riesenspaß, versichern mir mehrere Einheimische und geben mit leuchtenden Augen gleich noch ein paar Tipps: Boote kann man günstig in verschiedenen Sportgeschäften leihen oder wenn man öfter fahren will auch bei Canadian Tire oder WalMart kaufen. Schwimmwesten bekommt man da auch – die Flüsse sind zwar ruhig und der Elbow sogar so flach, dass man  drin stehen kann, aber wenn dich die Wasserschutzpolizei ohne erwischt, wird’s teuer, warnen sie, und im schlimmsten Fall müsst ihr vom Fluss, das kann ein langer Fußmarsch werden… Und das Bier verpackt ihr am besten in Tüten – was die Polizei nicht sieht, interessiert sie meist auch nicht.

Wir haben Kinder an Bord und entscheiden uns deshalb für den Elbow und gegen den breiteren, tieferen, schneller fließenden Bow River, dessen leuchtend blaues Gletscherwasser man angeblich sogar trinken kann und der spektakulär an den Wolkenkratzern Downtowns vorbeifließt. Und gegen Bier an Bord.

Inmitten eines großen Parks liegt am Ende der 50th Avenue SW ein Parkplatz – auf dem an diesem sonnigen Samstagnachmittag im August nicht nur wir unseren schwimmenden Untersatz aufpumpen. Vom Autoreifen über Plastikboote aus der Spielzeugabteilung bis zur schwimmenden Insel mit Getränkehalter ist alles dabei. Und als wir ein kleines Loch an der Unterseite unseres eigentlich sehr robusten Schlauchboots entdecken, finden wir auch sofort jemanden, der klugerweise an Gaffatape gedacht hat.

Endlich sind wir auf dem Wasser und schippern die nächsten drei Stunden an prächtigen Villen, Radfahrern, Joggern, badenden Hunden und Anglern vorbei. Und an einer Videokamera – ob die einem vorsichtigen Villenbesitzer gehört oder ob das die Schwimmwestenkontrolle der Polizei ist? Wir haben Paddel dabei, mit deren Hilfe wir allzu flache Stellen umschiffen und an anderen Bootchen vorbei ziehen, deren Insassen die Beine über Bord hängen und sich einfach faul flussab treiben lassen. Viel schief gehen kann auch mit dieser Methode nicht. Wenn das Floß hängenbleibt, steigt man einfach aus und schiebt es an eine tiefere Stelle, so flach ist der Fluss.

Schließlich tauchen in der Ferne die Wolkenkratzer von Downtown auf, dann kommen wir am Stampede Gelände vorbei und wenig später mündet der Elbow am Fort Calgary in den Bow River. Wer will, kann hier weiterfloaten – allerdings kommt kurz hinter dem Fort und der Zoo-Insel ein Wehr, an dem man das Schlauchboot vorbei tragen muss. Dahinter kann man es dann auf dem Bow River wieder zu Wasser lassen.
Verleih von Schlauchbooten z.B. bei Sports Rent, 4424 – 16th Ave. NW, Tel. (403) 292-0077, www.sportsrent.ca oder bei Lazy Day Raft Rentals, 720-3rd Street NW, www.lazydayraftrentals.com (plus gute Tipps fürs Floating-Abenteuer auf der Website, z.B. wo man das Boot am besten zu Wasser lässt).

100 Jahre Yaaaaaa-hoooooooooooo! 1

Reiterin trägt Calgary Stampede FlaggeSchon bei meiner Ankunft am Flughafen von Calgary streckt der Ausnahmezustand seine Finger nach mir aus. Eine Country-Band spielt zur Begrüßung mitreißende Herzschmerzstücke und eine Frau mit knallrotem Cowboyhut und Fransen an der Bluse will mir ein Brandeisen auf die Hand drücken. Entsetzt zucke ich zurück, vor lauter Jetlag habe ich übersehen, dass es nur ein roter Stempel ist.

Die Calgary Stampede, die selbsternannte „Greatest Outdoor Show on Earth“, ist in der Stadt. Und 2012, genauer gesagt: vom 6. bis 15. Juli, fällt das größte Rodeo der Welt noch eine Nummer größer aus, denn es feiert sein 100. Jubiläum.

Ich lasse mich vom ausgelassenen Trubel in der Stadt mitreißen und stelle fest: Die Einheimischen erkennt man daran, dass ihre Cowboyboots deutlich mehr Patina haben. Wer ohne passendes Outfit gekommen ist, lässt sich bei Lammles oder Ryley&McCormick in der Steven Ave oder von der Alberta Boot Company, einige Kilometer südlich, am MacLeod Trail, stilecht einkleiden. Für kleineres Geld bekommt man auch bei den Straßenhändlern ein Accessoire, zum Beispiel den allgegenwärtigen weißen Cowboyhut. Aber Vorsicht: die Plastikteile verursachen bad hair days …

Seit 1912 veranstaltet Calgary seine Stampede, bei der jeden Juli zehn Tage lang die besten Reiter der Welt gegeneinander antreten: auf bockenden Pferden und kraftstrotzenden Bullen, in rasanten Planwagenrennen und auf Ponys, die in Haarnadelkurven um Tonnen flitzen. In diesen 100 Jahren hat sich die Stadt verändert: Sie ist durch Ölfunde reicher geworden als es die Farmer je vermochten, war Gastgeber der olympischen Winterspiele und wächst seit einigen Jahren rasant, vor allem junge Menschen aus Kanada und der ganzen Welt ziehen an den Bow River. Und doch hat sie sich ihre „Western Soul“ bewahrt.

Hier sehe ich waschechte Cowboys auf 1 PS durch die Straßenschluchten Downtowns reiten, vorbei an fetten Pick-Ups und Wolkenkratzern aus Glas und Stahl, in denen Ölkonzerne ihre Büros und gut verdienende End-Zwanziger ihre Lofts haben. Gefeiert wird non-stop: in den strohballengeschmückten Bars der Stadt, entlang der Steven Avenue, die sich in dieser Zeit zum Outdoor-Saloon entwickelt, den beiden großen Countryclubs „Ranchmans“ und „Stockyards“ (vor denen sich während der Stampede lange Schlangen bilden) und natürlich auf dem Stampedegelände, nur ein paar Blocks von Downtown entfernt.

Das zehntägige Volksfest beginnt mit einer großen Parade und an jedem Morgen verteilen Freiwillige an vielen Orten in der Stadt (und insbesondere auf dem Rope Square) Flapjacks. Das sind Pfannkuchen mit knusprigem Schinken und Ahornsirup, die übrigens auch als Katerfrühstück sehr gut funktionieren. Mutige probieren Praerie Oysters – das sind keine Meeresfrüchte, sondern Stierhoden! – zum Beispiel im  Buzzards Restaurant.

Auf dem Stampede-Gelände gibt es einen gigantischen Rummelplatz, viele viele Verkaufsstände, Frittierbuden, von denen man alles nur erdenkliche in siedendem Fett ausgebacken bekommen kann, mehrere Bühnen und das Partyzelt Nashville North, in dem abends junge und alte Cowboys mit ihren Ladies zur Lifemusik im Two Step schwofen. Und dort ist natürlich auch die Wettkampfarena, in der das begeisterte Publikum die Reiter unermüdlich mit lautstarkem „Yaaaa-hoooooo!!!“ anfeuert.

Jeden Abend endet das Programm mit der großen Grandstand Show, einem Spektakel aus Musik, Tanz, Akrobatik, Comedy und Pyrotechnik, das in der großen Arena aufgeführt wird. In diesem Jahr wird dort auch Country Superstar Paul Brandt auf der Bühne stehen, ein eigenes Set spielen und für die Show Hits aus den letzten 100 Jahren interpretieren.

Und im legendären Nashville North werden die erfolgreichsten Cowboys – erkennbar an den größten Gürtelschnallen – auf den allabendlichen Parties von knapp bekleideten „Buckle-Bunnies“ umschwärmt. Denn hier sind Cowboys Rockstars, Groupies inklusive.

 

*Es ist nur noch ein begrenztes Kartenkontingent  erhältlich, das am jeweiligen Tag ab 11 Uhr vormittags hier in den Verkauf geht.

Diese besten Märkte Kanadas 4

Frau stöbert auf einem Markt in Vancouver

(c) CTC

Der Sommer ist da und damit auch endlich wieder die beste Saison, um über Floh- und Wochenmärkte zu schlendern. In Kanada kann man dabei zum Beispiel Mode aus Alberta entdecken, frisch geräucherten Fisch probieren und Mitbringsel kaufen, die weit mehr sind als typische Souvenirs. Das kanadische Online-Frauen-Magazine Chatelaine.com hat jetzt Märkten im ganzen Land empfohlen, die unbedingt einen Besuch wert sind:

  • Nelson, BC: Cottonwood Falls Market – „das Mini-Woodstock“. Jeden Samstag von 9:30 bis 15 Uhr (Mai-Okt). www.bcfarmersmarket.org/markets/marketdetails.asp?marketID=119
  • Victoria, BC: Bastion Square Public Market – Lokales Kunsthandwerk in historischer Atmosphäre. Donnerstags, Freitags und Samstags von 11-17:30 Uhr (Anfang Mai bis Ende Oktober). http://bastionsquare.ca/sunday-market-at-bastion-square
  • Calgary, Alberta: Market Collective – Mode, Musik & Design aus Alberta. Ein Wochenende pro Monat (Sa 10-18 und So 11-17 Uhr) > aktuelle Termine hier. http://marketcollective.ca/#/market
  • Saskatoon, Saskatchewan: Farmers Market at River Landing – „ein Fest für Foodies“, denn das Auswahlkriterium lautet: make it, bake it, grow it, sell it. Ganzjährig immer Mittwoch, Samstag und Sonntag. http://www.saskatoonfarmersmarket.com/aboutus.html
  • Guelph, Ontario: Aberfoyle Antique Market – „Schatzsuche auf Kanadas größtem Antikmarkt“. Jeden Sonntag, von Ende April bis Ende Oktober, plus eine special Saturday Show am 22. September. http://aberfoyle-antiques.com/
  • Toronto, Ontario:  Artscape Art Markets – „unsere tägliche Dosis Kunst gib uns heute“. Jedes Wochenende von 11 bis 18 Uhr (Mai bis September) im Distillery Historic District. http://torontoartscape.org/distillery-art-market
  • Lachute, Quebec: Lachute Farmers‘ Market, flea market and horse auction – für jeden was dabei! Ganzjährig am Dienstag (Haupttag) und Sonntag (etwas kleiner). www.lachutefarmersmarket.com
  • Hubbards, Nova Scotia: Hubbards Farmers‘ Market – „Gourmet-Picknick zum Mitnehmen“. Immer Samstags von 8 bis 12 Uhr (Mai bis Oktober). http://hubbardsbarn.org
  • Whitehorse, Yukon: Fireweek Community Market – für Ökos und solche, die es werden wollen. Jeden Donnerstagnachmittag (Mitte Mai bis Mitte September). http://fireweedmarket.yukonfood.com

Die besten Hamburger Kanadas 2

Ein Gedicht zwischen zwei Brötchenhälften: gegrillter Schinken, Rindssalami, Gurke, geschmelzte Zwiebeln und AAA Rind (c) m:brgr

Ein Gedicht zwischen zwei Brötchenhälften: gegrillter Schinken, Rindssalami, Gurke, frittierte Zwiebeln und AAA Rind (c) m:brgr

Mit Ranglisten ist das immer so eine Sache: Wer kann schon wirklich von sich behaupten, alle Burgerbratereien Kanadas durchprobiert zu haben? Reader’s Digest hat es trotzdem gewagt und in einem Artikel „Canada’s 8 Greatest Burger Restaurants“ vorgestellt. Hier sind sie:

1. Splitz Grill, Whistler, BC
Hungrige Boarder und Skihasen lieben die üppigen Burger – und dass sie zwischen den Brötchenhälften auch Ausgefallenes wie Büffel, Lachs, gereiften Cheddar oder Baba Ghanoush (Auberginenpaste) bestellen können. Und natürlich die köstliche hauseigene „Splitz“-Sauce.

2. Webers, Orillia, Ontario
1963 eröffnete Burger-Institution: Obwohl es in the middle of nowhere liegt (am Lake Simcoe, 140 Kilometer nördlich von Toronto), stehen die Leute hier regelmäßig Schlange für einen der auf Holzkohle gegrillten Burger.

3. M:brgr, Montréal, Québec
Die Provinz ist nicht nur sprachlich, sondern auch kulinarisch eng mit Frankreich verbandelt. Und so ist der kanadische Gourmet nicht überrascht, auf seinem Burger Kobe-Rind, Spargel, Trüffel-Carpacchio oder Foie Gras serviert zu bekommen. Und dazu Fritten aus Süßkartoffeln.

4. Mrs. Mikes, Winnipeg, Manitoba
Macht von außen nicht viel her, brät aber bereits seit 1969 Burger in gleichbleibend hervorragender Qualität. Dazu gibt’s dickflüssige Milchshakes die so gut schmecken wie früher.

5. Peter’s Drive In, Calgary, Alberta
Das Geheimnis liegt in der Frische: Bestes, direkt verarbeitetes Fleisch aus Alberta, frisch gebackene Hamburgerbrötchen und BBQ-Sauce nach hauseigenem Geheimrezept.

6. The Works, Ottawa, Ontario
Sowohl die Burger als auch das Restaurant selbst sind mehrfach ausgezeichnet, inzwischen gibt es sieben Ableger alleine in der Hauptstadt. Das Geheimnis: Rund 70 verschiedene Toppings. Für Vegetarier gibt’s sogar Bratlinge aus Portobello-Pilz.

7. Darrell’s Restaurant, Halifax, Nova Scotia
Der vegetarische Burger gewinnt regelmäßig den „Best-of-Food“-Award, noch beliebter ist nur noch der „Peanut Butter Burger“: er macht offenbar so süchtig, dass es Leute geben soll, die ihn als Geburtstagstorte bestellen…

8. The Burger’s Priest, Toronto, Ontario
Burger-Bräterei für Puristen: Frische Zutaten (die Bratlinge werden täglich vor Ort zubereitet), aber reduziert auf die Klassiker, inklusive dem weichen Burgerbrötchen. Einzige Ausnahme: das Geheimmenü – ein Burger zwischen zwei überbackenen Käsesandwiches.

Aber wie das so ist mit Hitlisten: Sie können nur subjektiv und unvollständig sein. Wenn ich da an den riesigen, saftigen Burger vom freilaufenden Büffel denke, den ich in einem unscheinbaren Restaurant in den Badlands von Alberta gegessen habe…

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