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Archiv für das Schlagwort: Head-Smashed-In Buffalo Jump

Feb 08
Themen
Natur
Reisen

Begegnung mit den Ureinwohnern Albertas 1

Traditioneller Geschichtenerzähler am Lagerfeuer im Tipi Village des Blackfoot-Crossing Historical Park

Traditioneller Geschichtenerzähler am Lagerfeuer im Tipi Village des Blackfoot-Crossing Historical Park (c) Travel Alberta

Eine der eindruckvollsten Stätten der First Nations in ganz Nordamerika ist der sogenannte Head-Smashed-In Buffalo Jump. Der Legende nach geht der martialische Name dieser Klippen in den Badlands von Alberta auf einen kleinen Junge der Blackfoot Nation zurück. Die Mitglieder seines Stammes jagten hier vor rund 6.000 Jahren mit einer ganz speziellen Technik Bisons: Durch Lärm versetzten sie die Tiere in Panik, die daraufhin über die vermeintlich ebene Prärie davonstürmten und über die Klippe in den Tod stürzten. Jener kleine Junge soll unterhalb der Klippe gestanden und beobachtet haben, wie die Bisons herabstürzten, und dabei selbst zu Tode gekommen sein. Die erlegten Bisons dienten den First Nations als Lebensgrundlage und wurden komplett verwertet: das Fleisch zu Trockenfleisch (Pemmikan), das Fell zu Kleidung und Tipis, die Sehnen zu Seilen, und die Knochen und Hufe zu Werkzeug.

1981 wurde dieser geschichtsträchtige Ort im Süden Albertas zum UNESCO-Welterbe erklärt. Inzwischen gibt es dort neben der imposanten Klippe, an der die Besucher auf einem Pfad entlangspazieren können, auch ein siebenstöckiges Informationszentrum, das den Besuchern die Geschichte und Kultur der Blackfoot Nation (in der indigenen Sprache „Siksika“ genannt) näher bringt. [>> Blick in die Broschüre]

Der Blackfoot-Crossing Historical Park wiederum ist das größte Freilichtmuseum im Besitz eines Stammes der First Nations. Herzstück des 24 Quadratkilometer großen Areals ist ein Informationszentrum, das sich auf historisch bedeutsamem Boden befindet: An dieser Stelle wurde 1877 der sogenannte „Treaty #7“ unterzeichnet, mit dem die Blackfoot-Konföderation mit der englischen Krone den Tausch ihrer Jagdgründe gegen Reservate und jährliche Zahlungen vereinbarte. Welche Folgen dieser Vertrag hatte (dessen Bedeutung die Ureinwohner, in deren Kultur es weder „Verträge“ noch das Konzept „Landbesitz“ gab, nicht einschätzen konnten), erfährt man dort nicht nur über Ausstellungsstücke und Schautafeln, sondern auch im direkten Austausch mit Mitarbeitern, die Nachkommen der Blackfoot Nation sind.

Hautnah kommt man auch im Chief Crowfoot Tipi Village mit der Kultur der First Nations in Berührung: Hier können Besucher zwischen Mai und Oktober in originalgetreu nachgebauten Tipis übernachten – auf Büffelfellen. Im Preis ab  $ 35 pro Person und Nacht ist auch der Eintritt ins Infozentrum und zur abendlichen Trommel- und Tanzvorführung enthalten. Spätestens am Abend, wenn ein traditioneller Geschichtenerzähler am Lagerfeuer zwei Stunden lang die Legenden der Blackfoot zum Leben erweckt, ist man plötzlich ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit gereist.

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