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Archiv für das Schlagwort: reiten

Jun 14
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Fest im Sattel in Saskatchewan 0

Ausritt auf der La Reata Ranch (c) Tourism Saskatchewan/ Hans Gerhard Pfaff

Ausritt auf der La Reata Ranch (c) Tourism Saskatchewan/ Hans Gerhard Pfaff

von Michaela Arnold

Knisterndes Lagerfeuer, eine dampfende Tasse handgebrühten Kaffees und die Silhouette eines friedlich grasenden Pferdes, die sich vor einem Bilderbuch- Sonnenuntergang in der Prärie abzeichnet. Kitschige Kulisse aus dem letzten Italowestern oder einem Karl May-Roman? Nein, hier geht es um waschechtes Cowboy-Feeling in Kanadas Prärieprovinz Saskatchewan!

Pferde und Rancher spielten seit jeher eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Westkanadas und der Gründung der Provinz Saskatchewan. Auch heute noch ist die Rinderzucht von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung für die aufstrebende Prärieprovinz. Auf nahezu 17.000 Ranches führen Saskatchewans Viehzüchter immer noch ein echtes Cowboy-Leben. Mit ihren speziell ausgebildeten Westernpferden treiben sie ihre Herden auf den riesigen Ranch-Gebieten zur Brandmarkung zusammen oder zu neuen Weidearealen. Reiten, Lagerfeuer, Sonnenuntergang…

Der „Way of life“ nach Cowboy-Art ist nicht nur ein inszeniertes Spektakel für ausgebrannte Touristen, die ihrem geschäftigen Alltag entfliehen wollen. Trotzdem freuen wir uns über die zahlreichen Guest Ranches im sonnenverwöhnten Saskatchewan, die uns Urlaubern die Möglichkeit geben, unseren inneren Cowboy zu entdecken und die eigene Gelassenheit bei einem authentischen Ranch-Aufenthalt wiederzufinden!

Idyllisch und völlig abgeschieden liegt die La Reata Ranch im Südwesten der Provinz circa zwei Autostunden südlich von Saskatoon in den „Rolling Prairies“, wo sich der Saskatchewan River zum Lake Diefenbaker weitet. Auf 2000 Hektar Land leben hier rund 200 Rinder und Kälber, 20 Pferde und – ganz klar- George, der Cowboy aus Mülheim, der damals noch Georg hieß. Vor zehn Jahren hat der ehemalige Landschaftsgärtner die Ranch am Ufer des Stausees gekauft.

Auf der La Reata Ranch kommen nicht nur Nachwuchs-Cowboys voll auf ihre Kosten. Komfortable Holzhütten im Westernstil beherbergen die Gäste. Die deftigen Mahlzeiten werden gemeinsam im Cookshack, dem Küchenhaus der Ranch, eingenommen. Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen mit Ahornsirup und literweise Kaffee. Nach einer sorgfältigen Einweisung in die Kunst des Westernreitens erfolgt die Zuteilung der Pferde. Die Ranch hält für jeden Gast das richtige Pferd bereit, ob Anfänger oder erfahrener Reiter. Die Ausritte führen durch die offene Prärielandschaft, über die hügeligen River Hills mit ihren unzähligen Canyons und über die sanft abfallenden Sandstrände des Lake Diefenbaker. Die Gedanken werden frei und die Seele regeneriert, wenn der warme Präriewind beim Reiten ins Gesicht weht und auf der Haut zu spüren ist. So fühlt sich das Leben an!

Die Jahreszeiten und der Rhythmus der Herde geben auf der Ranch den Takt vor. La Reata ist eine working Ranch, mitarbeiten ist ausdrücklich erwünscht. Kontrolle und Zusammentrieb der Rinderherde gehören hier ebenso dazu wie die Pflege der Pferde. Höhepunkte sind sicherlich die Brandmarkung der Kälber im Frühjahr sowie der große round-up im Herbst, bei dem die gesamte Herde zurück zur Ranch getrieben wird.

Doch La Reata hat noch mehr zu bieten. Über 14 Kilometer Seeufer gehören zur Ranch, Badestrände inklusive! Die Einladung zum Kanufahren, Angeln oder Schwimmen im glitzernden See steht. Im La Reata Saloon mit Billard, Kicker und Dartscheibe treffen sich Gäste und Nachbarn zu geselligen Stunden und so mancher Cowboy-Geschichte. Abends können die erlebnisreichen Tage bei einem knisternden Lagerfeuer und Countrymusic ausklingen oder aber man entspannt sich im hot tub unter dem endlosen Sternenhimmel der Prärie.

Auf der Sturgeon River Ranch wird Natur groß geschrieben. Auch hier kann sich der Gast an den typischen Ranch Aktivitäten beteiligen. Als besonderes Extra werden hier jedoch auch mehrtägige Ausritte ins Hinterland angeboten. Die Ranch liegt rund vier Autostunden nördlich von Saskatoon ganz in der Nähe des westlichen Eingangs zum Prince Albert National Park. Der „Wilde Westen“ des Park ist Ziel der Ausritte, denn hier lebt Kanadas einzige Herde wilder Präriebisons frei in ihrem ursprünglichen Lebensraum. Doch auch auf Begegnungen mit Wapitihirschen, Elchen, Rotwild, Wölfen, Bären und unzähligen Arten von Vögeln, die dieses wunderschöne Ökosystem bewohnen, darf man sich freuen.

Die Gäste der Sturgeon River Ranch werden in den gemütlichen Ness Creek Cabins untergebracht. Auch Übernachtungen in traditionellen Tipis der Ahtahkakoop Cree Indianer werden angeboten und ermöglichen frühe Morgenstunden auf dem Trail. Während der Touren werden die Reiter mit den örtlichen Pflanzen und ihren Nutzungsmöglichkeiten für Verzehr und Medizin vertraut gemacht. Auch die Geschichte der Region und der wilden Bisons sowie die aktuellen Naturschutzprojekte zu ihrer Erhaltung stehen auf dem Programm.

Nach dem Ausritt laden die Sandstrände am Nesslin Lake zum (Sonnen-)Baden ein und im Tie Lake kann der Fisch fürs Abendessen geangelt werden. Alle Mahlzeiten werden aus lokalen Zutaten bereitet. Jeder Morgen beginnt mit einem Lächeln – und einem herzhaften Frühstück. Nach einem reichhaltigen Abendessen klingt der Tag mit Lagerfeuer, Gitarrenmusik und Gesang unter den Polarlichtern der Prärie aus. Wer sich traut zu jodeln, wird vielleicht mit der Antwort eines Kojoten belohnt – oder ist es am Ende sogar ein Wolf?

Die historische Reesor Ranch liegt versteckt in einem landschaftlich reizvollen Tal am Nordhang der Cypress Hills. In dieser malerischen Gegend im Südwesten der Provinz, rund vier Autostunden westlich der Hauptstadt Regina, trifft die weite, offene Prärie auf die majestätischen Wälder aus Murraykiefern. Seit dem Jahr 1904 ist die Ranch im Besitz der Familie Reesor, die sie inzwischen in fünfter Generation bewirtschaftet. Die Verbundenheit mit dem Besitz und der Provinz ist hier in jedem Moment zu spüren.

Wenn man den Blick über die Ranch schweifen lässt und die anscheinend endlosen Ausmaße an unberührtem Land und blauem Himmel erblickt, wird klar, dass dieser Ort viel Platz zum Atmen und Umherstreifen lässt. Die Cypress Hills erheben sich auf mehr als 1200 Meter über dem Meeresspiegel, was sie zum höchsten Punkt Kanadas zwischen den Rocky Mountains im Westen und Labrador im Osten macht. Von der Ranch aus kann man bis zu 80 Kilometer nach Norden sehen!

Die Reesors bieten den Gästen ihrer Working Ranch authentisches Ranch-Leben mit Familienanschluss. Alle Mahlzeiten werden hausgemacht, oftmals mit Fleisch aus der eigenen Rinderzucht. Neben geführten Wanderungen und Ausritten werden auch hier die traditionellen Ranch Aktivitäten angeboten.

Abends versammeln sich die Gäste um ein gemütliches Lagerfeuer, um Cowboy-Geschichten und -Gedichte zu hören. Wortgewaltig preisen letztere den „Cowboy way of life“ mit seinem entschleunigten Lebenstempo, das noch so viel Zeit zum echten Leben lässt. Herrlich!

Weitere Informationen:

Diesen und viele weitere Beiträge aus den Ressorts Travel & Outdoors, Emigration & Working Holidays, Culture & Lifestyle lesen Sie in der neuen Ausgabe von 360° Kanada (Nr. 3/2012). Ab 14. Juni im Zeitschriftenhandel erhältlich oder unter E-Mail Adresse versteckt zum Spamschutz (als Printmagazin oder PDF).

Apr 15
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Ungezähmt und frei: die Wildpferde am Taseko Lake 5

Die Leitstute sorgt für Ordnung in der Herde

Die Leitstute sorgt für Ordnung in der Herde (c) Kiki Kaltwasser

von Kiki Kaltwasser

Wenn man von Williams Lake, einer Kleinstadt, circa 250 Kilometer südlich von Prince George, British Columbia, gelegen, auf dem Highway 20 in Richtung Westen fährt, kommt man nach fast 90 Kilometern zu einem kleinen Restaurant names Leese Corner. Kurz davor führt eine Straße in Richtung Taseko Lake. Dass es von hier aus immer noch zwei Stunden Fahrt sind, kann ich mir nicht ganz vorstellen. Aber Siegfried Reuter, der deutsche Auswanderer, der mich in Vancouver am Flughafen abgeholt hat, versichert mir, dass wir viele wunderschöne Ausblicke auf der langen Fahrt zu seiner Lodge haben würden.

Der gebürtige Bayer wanderte als Teenager bereits vor 32 Jahren aus. Seine Mutter verliebte sich in einen Kanadier und so kamen sie nach BC. In den ersten Jahren betrieb die Familie eine Guest Ranch und bot mit sechs Haflingern Packtrips an. Seit über zehn Jahren nun führt Siegfried sehr erfolgreich mit seiner eigenen Familie eine Guest Lodge am Taseko Lake, weit draußen in den südlichen Chilcotin Mountains. Mit Reittrips auf den dreißig Pferden, die als Reit- und Packtiere genutzt werden, wird den Gästen ein atemberaubender Einblick in Täler und auf Seen in der Umgebung geboten. Für Fotografen und andere nichtreitende Naturfreunde bietet Siegfried geführte Wanderungen an.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von „360° Kanada“. Das Heft ist ab 8. März im Zeitschriftenhandel erhältlich oder direkt bestellen unter E-Mail Adresse versteckt zum Spamschutz.

Die Royal Canadian Mounted Police tritt in Deutschland auf 3

Mounties in Action

Mounties in Action

Sie zählen zu den sympathischsten Symbolfiguren Kanadas: die Royal Canadian Mounted Police , umgangsprachlich liebevoll „Mounties“ genannt. Die Polizisten zu Pferd sorgen im zweitgrößten Staat der Erde nicht nur für Recht und Ordnung, sie treten auch regelmäßig mit dem „Musical Ride“ auf. Am 4. Mai sind die Kanadier mit ihrem Programm in Verden (Niedersachsen) zu sehen.

Der Musical Ride wurde bereits 1876 von Mitgliedern der berittenen Polizei in Kanada entwickelt. Zum einen wollten die Polizisten ihr reiterliches Können unter Beweis stellen, zum anderen sollte das Publikum unterhalten werden. Über die Jahrzehnte hat sich daraus eine mitreißende und einzigartige Show entwickelt, die jährlich in Kanada, Nordamerika und vielen anderen Ländern die Zuschauer begeistert.

Wie kam es nun zum Auftritt in Deutschland? Die Royal Canadian Mounted Police züchtet ihre Rappen für den Musical Ride in einem eigenen Gestüt in Pakenham, Ontario. Seit knapp 20 Jahren arbeitet sie eng mit dem Hannoveraner Verband in Deutschland zusammen und bezieht ihre Pferde fast auschließlich aus dem Hannoverschen Zuchtgebiet.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60sten Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. im Juni kommen die Mounties mit 36 Reitern und Pferden nach Europa. Bevor die Gruppe nach Großbritannien reist, macht sie Halt in Verden und zeigt ihre imposante Schau in der dortigen Niedersachsenhalle.

Sitzplatzkarten für die Veranstaltung sind im Ticketshop unter www.hannoveraner.com zu beziehen und kosten 25 Euro.

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