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Archiv für das Schlagwort: Schneeschuhe

Mrz 09
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Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada 0

Die Ursprünge der Schneeschuhe liegen im Dunkeln der Geschichte. Viele Historiker glauben jedoch, dass sie vor 4000 bis 6000 Jahren im Kaukasus und in Zentralasien zum ersten Mal genutzt wurden. Sicherlich haben die Jäger, die die ersten Schneeschuhe gebaut haben, Beispiele in der Natur beobachtet. 

Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada

Die klassische Form der Schneeschuhe. Foto: Anagoria/https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:GNU_Free_Documentation_License,_version_1.2

So den Schneehasen, der im Laufe der Zeit viel Fell um die Pfoten entwickelt hat, so dass seine Füße wie mit Schneeschuhen besetzt nicht im tiefen Schnee einsanken und so die Flucht vor Feinden verbesserte.
Auch bei der Gletschermumie Ötzi sind einige Forscher der Meinung, dass ein bei ihr gefundener Rahmen Teil eines Schneeschuhes ist. Die ersten Schneeschuhmodelle waren große Fellflecken oder Holzblöcke, die mit Fell bespannt waren. Die heutige bekannte Form des Rahmens mit eingeflochtenem Fell oder Leder hat seine Ursprünge bei den nordamerikanischen Ureinwohner, etwa der Huron oder den Cree.
So beschrieb Samuel de Champlain, dass die Huron und Algonquin First Nations im Winter mit großen Schneeschuhen, mit denen sie nicht im Schnee einsinken, auf die Jagd gehen.

Es gibt zwei Gruppen von Schneeschuhen, diejenige Form, die wir heute noch kennen und die Form aus massivem Holz, aus dem sich in Skandinavien die Ski entwickelt haben.

Nordamerikanische indigene Völker

Die Ureinwohner Nordamerikas entwickelten im Laufe der Zeit fortschrittliche Schneeschuh-Modelle, fast jeder Stamm eine eigene Form. Die Inuit verwenden zwei Formen der Schneeschuhe, eine mit einer dreieckigen Form, eine fast kreisrund, die ein rasches Fortbewegen im tiefen, lockeren und pulvrigen Schnee ermöglicht. Da sich die Inuit meist über Eis oder der Tundra fortbewegten, war die Nutzung der Schneeschuhe eher selten.

Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada

Die Herstellung von Schneeschuhe zwischen 1905 und 1930. Foto: commons.wikimedia.org

Je weiter man sich auf dem Kontinent nach Süden bewegt, um so schmäler und länger werden die Schneeschuhe. Der größte Jagdschneeschuh der Cree ist fast 1,8 Meter lang. Die Irokesen entwickelten kleinere Modelle, die ihnen die Gewandheit der Bewegung in Waldgebieten beließen.

Bevor sie in den Besitz von Pferden kamen, verwendeten die Prärieindianer Schneeschuhe bei der Winterjagd auf Bisons.

Nutzung der Schneeschuhe durch Europäer

Im 16. und 17. Jahrhundert nutzten insbesondere Reisende in nördliche Regionen und in Gebiete des heutigen Kanada sowie den späteren Vereinigten Staaten Schneeschuhe, zunächst die Franzosen, die damit bei den Schlachten Vorteile erzielen konnten. Aber die Briten lernten schnell, ab 1674 waren auch dort Schneeschuhe ein Begriff. 1690 griff eine französisch-indianische Truppe eine Siedlung in der Nähe des heutigen New York an. Die Briten verfolgten auf Schneeschuhen die Angreifer 80 Kilometer und holten sich die entführten Menschen und Waren zurück.
Die heute bekannten „Teardrop-Schneeschuhe“ wurden vor allen Dingen von Holzfällern getragen, sie sind zwischen einem und eineinhalb Meter lang und ähneln einem Tennisschläger. Diese Form wurde zunächst von der Armee kopiert, im späten 18. Jahrhundert auch von den kanadischen Schneeschuh-Clubs. Somit kann das Schneeschuh-Laufen als eine der ältesten kanadischen Sportarten angesehen werden.

Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada

Schneeschuhtanz der Ojibwe. Bild von George Catlin 1835. – commons.wikimedia.org

Heute sind die klassischen Schneeschuhe, die sich immer noch Beliebtheit erfreuen, kleiner und leichter. Die Spitze ist leicht nach oben gebogen, so dass das Gehen leichter fällt. Es werden meistens zwei Formen verwandt, die Teardrop (Tränen) oder die Bearpaw (Bärenpfoten) Form. Traditionelle Schneeschuhe sind aus einem einzigen Streifen zähen Holz, meist weiße Esche, gebogen  und an den Enden zusammen gebunden. In der Mitte werden sie durch einen leichte Querbalken stabilisiert. Der Raum innerhalb des Rahmens ist mit einem engen Gurtband aus Karibu- oder Rindleder-Streifen gefüllt.

Moderne Schneeschuhe

Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada

Schneeschuhe der Marke Atlas.

Die modernen Schneeschuhe bestehen meist aus Aluminium, sind leicht zu tragen und man lernt schnell, mit ihnen umzugehen. Das Wandern mit Schneeschuhen macht Spaß und viele Wintersportgebiete in Europa, aber auch in Kanada und den USA bieten Touren mit den Schneeschuhen an. Egal ob klassisch oder modern. Mit Schneeschuhen lassen sich die traumhaften Landschaften von Kanada im Winter entdecken.

Die Geschichte der Schneeschuhe in Kanada

Bergauf mit Schneeschuhen, bergab mit Ski. Foto: Chrismurf/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en

Weitere interessante Informationen zur Geschichte der Schneeschuhe in Kanada hier

Mrz 03
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Québec – Luxusgut Wildnis: Auf den Spuren der Mi‘kmaq 0

Trapper Schneeschuhe - wie gehäkelte Tennisschläger, Québec, Kanada © Hippe

Trapper Schneeschuhe – wie gehäkelte Tennisschläger, Québec, Kanada © Hippe

Von Monika Hippe
Unter den Schneeschuhen knirscht der Winter Kanadas. Bei jedem Schritt baumeln die Fransen an Marcels Wildlederjacke von links nach rechts. „Ein Smartphone?“ fragt der Trapper und beginnt zu lachen. Ganz langsam wie eine Pendeluhr schwingt sein Lachen von einem Ahornbaum zum andern. Dabei glätten sich die feinen Falten in seinem Lex-Barker-Gesicht, die Augen verengen sich zu Schlitzen. In Marcels Welt hat man Zeit, langsam zu lachen.

Zeit, den Vögeln hinterher zu schauen und zu beobachten, wie morgens der Wald im Sonnenaufgang errötet. Man kann die Natur in sich aufzusaugen – ganz in Ruhe. „Technik brauche ich hier nicht“, sagt Marcel, nachdem sein Lachen verebbt ist. Für ihn sind ganz andere Dinge wichtig: Er weiß wovon man sich im Wald ernährt, wie man einen Bären erlegt – und welche Felle die wärmsten sind. Marcel Banville ist Halbindianer vom Stamm der Mi‘kmaq und lebt in Maurice, zwischen Montréal und Québec City im Osten Kanadas. Sein Jagdgebiet ist etwa halb so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald und gespickt mit 29 Seen.

Die französischsprachige Provinz Québec ist reich an Wäldern und Seen. Reich an Zeit, Raum, und Stille – den Luxusgütern der Zivilisation. Der Mensch ist hier Mangelware. Rein rechnerisch teilen sich sechs Einwohner einen ganzen Fluss. Der Norden des Landes ist kaum erschlossen. Lange vor den ersten Europäern siedelten die Mi’kmaq südlich und östlich vom mächtigen Sankt-Lorenz-Strom, der tief ins Land schneidet. Heute leben in Québec ca. 70 000 Ureinwohner, davon sind 4500 Mi’kmaqs, die verschiedenen Stämmen angehören. So wie viele der Aboriginals in Kanada, müssen auch sie für ihre Rechte kämpfen. Der zahlenmäßig größte Mi‘kmaq Stamm hat erst 2011 die Anerkennung als First Nation erhalten.

Mehr lest ihr in der Ausgabe 1/2015 von 360° Kanada, die ihr hier bestellen könnt: http://360grad-medienshop.de/360-Kanada-1_2015

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