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Archiv für das Schlagwort: Wildnis

Sep 27
Themen
Natur

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere 0

Ein Refugium für Tiere, hautnah und ohne Teleobjektiv zu beobachten

Es begann in den 1960er Jahren, als Danny Nowlan als Feuerbekämpfer, Firefighter, über große Gebiete flog, um nach Waldbränden Ausschau zu halten. Dabei entdeckte er ein Gebiet, das er sofort ins Herz schloss und eine Projektidee, das heutige Yukon Wildlife Preserve, war geboren. 

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Danny Nowlan, 2011 im Alter von 82 Jahren verstorbener Gründer des Yukon Wildlife Preserve. Foto: Mike Thomas/Yukon News

Im Jahre 2004 erzählte der im Jahr 2011 verstorbene Gründer des Yukon Wildlife Preserve, Danny Nowlan in einem Interview wie alles mit dem Projekt begann, das heute aufgrund der geänderten Gesetzgebung in Kanada nicht mehr möglich wäre.
„Ich erinnere mich, wir überflogen das Gebiet vor fast 35 Jahren. Damals habe ich für die Forstwirtschaft gearbeitet. Und dann war der Flecken Erde da, wo ich Falken, wilde Schafe und andere Tiere halten konnte. Es war alles da, Wasser, Felsen, Wiesen, alles an einem Ort. Ich war schon vorher aufgeregt, und dann war der Mann, der das Land besaß, bereit es zu verkaufen.“

Jungen Menschen die Natur und die Tierwelt des Yukon näherzubringen war Ziel von Danny Nowlan

Nach dem Erwerb des Landes begann Danny Nowlan, Hirsche und Bisons anzusiedeln. Nach und nach kamen weitere Tiere dazu. Waren viele heimische Tiere dabei wurde der Hirsch (Elk) als nichtheimisches Tier für die Trophäenjagd ausgewildert, eine Möglichkeit der Finanzierung des Wildlife Preserve.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

400 Jahre waren die Bisons im Yukon ausgestorben, bis sie durch das Wildlife Preserve vor 40 Jahren wieder an- und ausgesiedelt wurden. Foto: T.Barth

Ein großer Wunsch von Danny Nowlan war, dass Kindern die Natur und die Tierwelt des Yukon näher gebracht wird. Das galt auch für die Bisons, denn über 400 Jahren waren die prächtigen Tiere im Yukon ausgestorben. Die Büffel fühlen sich offensichtlich im Yukon wohl, denn Ihre Anzahl wächst ständig.

Danny Nowlans Wunsch, Kindern die Schönheit des Yukons nahe zu bringen, erfüllte sich erst nach seinem Tod im Jahr 2011. Heute gibt es ein großes Programm, dass Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Kindergarten- bis zum Yukon-College-Programm unterschiedliche Einblicke in die Natur und Tierwelt gibt. In Nature Camps lernen sie die Natur, die ihre Zukunft und der ihrer Kinder dokumentiert, kennen und schützen.

Das Yukon Wildlife Preserve pflegt verletzte und verwaiste Tiere und bereitet sie auf die Rückkehr in die Wildnis vor

Aber das Yukon Wildlife Preserve ist mehr als ein Refugium, das den wilden Tieren des Yukons viel mehr Platz bietet als ein herkömmlicher Zoo. Das Refugium soll in den kommenden 10 bis 15 Jahren Zug um Zug um 500 Acres (202 Hektar) pro Jahr erweitert werden. Im Jahr 2012 wurde das Preserve von einer unabhängigen Organisation untersucht. Dabei wurde die besondere Intaktheit des mittlerweile in Staatsbesitz befindlichen Landes der Non-Profit-Organisation und die außerordentliche Gesundheit der Tiere dokumentiert.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Die im Yukon nicht heimischen, angesiedelten Hirsche dienen der Jagd. Foto: T.Barth

Auf dem Gelände werde auch verletzte und verwaiste Tiere gepflegt und aufgezogen, um sie zu gegebener Zeit wieder in die Wildnis zurückkehren zu lassen. Von den 68 Tieren, die von Juni 2014 bis Juni 2015 gepflegt wurden, konnten 62 freigelassen werden, die anderen Tiere bleiben in der Obhut des Preserves, weil sie weiterer Rehabilitation bedürfen, oder weil der Kontakt zum Menschen eine Rückkehr nicht mehr zulässt. Das Yukon Wildlife Preserve ist ein Mitglied der International Wildlife Rehabilitation Council (IWRC).

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Perfekte Tarnung. Luchs im winterlichen Unterholz. Foto: T.Barth

Auch Weißkopfseeadler werden im Preserve erfolgreich nach Notfällen behandelt. So wurden 2013 zwei Jungadler, die sich nach einem Sturm Knochenbrüche zugezogen hatten, erfolgreich operiert und rehabilitiert und wieder in die Freiheit entlassen.

In Zukunft will sich das Yukon Wildlife Preserve verstärkt der Zusammenarbeit mit Universitäten widmen. In erster Linie wird man sich dem Klimawandel und dessen Auswirkung auf Flora und Fauna widmen, der im Yukon fünfmal schneller voranschreitet als anderswo.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Ein Urtier der Tundra, der Moschusochse. Foto: T.Barth

Das Yukon Wildlife Preserve finanziert sich zu 94 Prozent selbst, aus Spenden und Eintrittgeldern. Wer die wertvolle Arbeit vor Ort unterstützen möchte, der kann dies mit einer Mitgliedschaft tun. Mit 25 Can$ ist ein Erwachsener in der regulären Mitgliedschaft dabei, wer noch weiter unterstützen möchte, zahlt 40 Can$ oder mehr.

Die Mitgliedsbroschüre gibt’s hier: http://www.yukonwildlife.ca/Documents/2014_03_28%20-%20Memberhip%20Brochure%20-%20Web.pdf

25.000 Besucher hat das Preserve im Jahr, das bewusst auf jegliche Kommerzialisierung verzichtet. Es gibt weder Restaurants noch irgendwelche Bespaßungsprogramme, die weitläufige Natur und die Tierwelt, es gibt eine garantierte Wildtiersichtung, stehen im Vordergrund. Es gibt Picknicktische für ein Vesper,  in der näheren Umgebung gibt es Campgrounds, Hostels und natürlich die berühmten Hot-Springs.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Mit solch einem prächtigen Gehörn kann man sich wohl in Szene setzen. Foto: T.Barth

Hier stellt sich das Yukon Wildlife Preserve in einem kurzen Film vor.

 

 

Mrz 14
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Herbst in der Wildnis 0

Herbst in der Wildnis

Herbst in der Wildnis

Von Nicole Lischewski
Wie Blutstropfen sprenkelt rotes Herbstlaub die Landschaft, in der die ersten Sonnenstrahlen die Bergspitzen wundrot tünchen. Das lang gezogene Klagen eines Eistauchers klingt durch den Frühnebel herüber, der einzige Laut in der Morgenstille. Ich kuschele mich tiefer in meine Jacke und mache Zehengymnastik, kämpfe gegen die stetig fortschreitende Unterkühlung an. Wir sind auf Elchjagd. (mehr …)

Dez 07
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Natur
Reisen

Torngat Mountains National Park Reserve: Leben wie vor tausenden von Jahren 1

Schroffe Berge, Gletscher, Fjorde und Flüsse - das ist das Torngat Mountains National Park ReserveFür eine Reise nach Kanada gibt es viele gute Gründe, aber es gibt einen, den wohl die meisten Besucher im Herzen tragen: Sie möchten die weite, unberührte Landschaft sehen und erleben. Davon gibt es im zweitgrößten Land der Welt reichlich.

Wer es wirklich einsam mag, für den könnte das Torngat Mountains National Park Reserve das Richtige sein. Es liegt an der nördlichen Spitze von Labrador und oberhalb der Baumgrenze und es gibt dort keinerlei zivilisatorische Bequemlichkeiten wie Straßen oder gar Hotels. Nur 9700 Quadratkilometer Wildnis – Fjorde und Flusstäler, Berge und Gletscher, Eisbären und Karibus.

Eine gewisse Erfahrung, wie man sich in einer solchen Abgeschiedenheit verhält, sollte man daher mitbringen und seinen Aufenthalt mitsamt dem benötigten Equipment sorgfältig planen. Im Basislager, das am Haupteingang zum Park liegt, gibt es während der Sommermonate (etwa Mitte Juli bis Anfang September) Informationsmaterial für die Besucher, außerdem bietet Parks Canada dort Sicherheitstrainings an. Trotzdem wird empfohlen, Wanderungen im Park nur mit einem Guide zu unternehmen, der im Umgang mit Eisbären ausgebildet ist.

Wem jetzt schon das Herz vor Vorfreude klopft, der darf anfangen zu träumen: von ausgedehnten Wanderungen, auf denen man garantiert keine Menschenseele trifft oder Kajaktouren auf Flüssen und Fjorden. Vom Bergsteigen und Klettern, Angeln und selbst Versorgen. Es gibt nicht mal Campingplätze im Park, denn es gibt ja weder Strom noch Abwasserleitungen. Statt dessen darf man sein Zelt aufschlagen, wo immer es einem am besten gefällt – Rücksicht muss man dabei nur auf ausgewiesene archäologische Stätten nehmen.

Denn hier lebten bereits vor tausenden von Jahren Inuit, deren Leben nun wissenschaftlich erforscht wird. Noch spannender für Besucher ist allerdings die Möglichkeit, das Leben der Inuit selbst zu erfahren – indem man sich von ausgebildeten Guides auf eine kulturelle und spirituelle Zeitreise mitnehmen lässt. Die Länge der Touren und das Komfortlevel kann im Vorfeld mit den Guides abgesprochen werden und reicht von „zurück zu den Wurzeln“ bis zum integrierten Helikopterflug.

Weitere Informationen erhält man unter E-Mail Adresse versteckt zum Spamschutz, Tel. (+1) 867-6428 ext 26 und von Tourism Nunatsiavut, E-Mail Adresse versteckt zum Spamschutz, Tel: (+1) 709-947-3568 sowie unter http://www.newfoundlandlabrador.com/placestogo/torngatmountainsnationalpark

Mrz 14
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Natur
Reisen

Wasserwege in und durch die Wildnis: Flüsse im Yukon 2

Dicker Fang: 360° Kanada-Autor unterwegs auf den Flüssen des Yukon

Unterwegs auf den Flüssen des Yukon (c) Berthold Baumann

Dritter und letzter Teil der Kanufahrt über die Flüsse des Yukon Territoriums. Berthold Baumann war mehrere Wochen unterwegs und hat wundervolle, einsame Momente erlebt.

Die Fahrt auf dem South McQuesten River war klasse: Der Fluss, glasklar, ist sechs bis zehn Meter breit und bietet viele Biegungen, hinter denen sich alles mögliche verbergen kann. Bei den ersten engen Kurven geriet ich schon mal ins Kehrwasser oder landete unplanmäßig am Ufer. Das Wetter war schön: klar und kalt. In der Nacht, sie begann mittlerweile gegen 21 Uhr, gefror das Spülwasser in der Pfanne und das Zelt war mit Raureif überzogen. Nach dem Spülen und Waschen musste ich meine Finger aufwärmen. Abends trank ich jedoch mit ruhigem Gewissen Kakao mit Rum, es war ja schließlich kalt.

Eines Morgens wurde ich von Hunderten oder sogar Tausenden hellen, trompetenden Schreien geweckt. Ich sprang aus dem Zelt, doch die Ursache konnte ich erst nach einer ganzen Weile lokalisieren. Riesige Kranichgeschwader in Keil-, Pfeil- und Kettenformationen überflogen das Territorium Yukon auf ihrem Weg nach Süden. Manchmal lösten die Vögel ihre Formation auf, kreisten in einem wilden Pulk am Himmel und es dauerte teilweise eine halbe Stunde, bis sie wieder zu der richtigen Aufstellung fanden und ihren Südkurs fortsetzten. Den ganzen Tag über und auch an den beiden folgenden Tagen genoss ich dieses gewaltige Naturschauspiel.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von „360° Kanada“. Das Heft ist ab 8. März im Zeitschriftenhandel erhältlich oder direkt bestellen unter E-Mail Adresse versteckt zum Spamschutz.

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