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Archiv für das Thema: Natur

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 1 Yukon 0

In den Wappen und Flaggen der kanadischen Provinzen und Territorien werden Tiere vorgestellt, die in den Regionen heimisch sind, die Provinzen und Territorien präsentieren. Aber auch Tiere die Stärke repräsentieren, wie zum Beispiel der Löwe oder der Leopard, finden sich in den Wappen und Flaggen wieder.

In einer kleinen Serie wollen wir euch die Tiere und Pflanzen vorstellen. In Teil I stellen wir das Territorium Yukon vor.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Die Flagge des Yukon. Quelle: https://openclipart.org/share

 

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Das Wappen (Coat of Arms) Yukon. Quelle: https://openclipart.org/share

Im Wappen und in der Flagge des Yukon werden die Berge des Territoriums und vier Goldmünzen, die den Reichtum an Bodenschätzen gezeigt.

Das Helmkleinod stellt den Alaskan Malamute dar.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Der Alaskan Malamute ist der größte und stärkste Schlittenhund. Foto: SCMW/https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en

Seit über 2000 Jahren ist der Alaskan Malamute ein treuer Begleiter des Menschen in den arktischen Regionen. Bis ins 19. Jahrhundert war die große und starke Rasse der einzige Schlittenhund im nordwestlichen Teil der Arktis. Hauptaufgabe der beeindruckenden Hunde ist das ziehen von Gütern auf großen Schlitten. Die Hunderasse (FCI-Gruppe 5, Sektion 1, Standard Nr. 243) ist nach dem Stamm der Malemute benannt. Sein wetterfestes doppeltes Fell prädestiniert den Hund für den Aufenthalt und die Arbeit an der Seite des Menschen in den arktischen Regionen.

Das Schmalblättrige Weidenröschen bildet mit sich kreuzenden Zweigen das Postament des Wappens.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Das Schmalblättrige Weidenröschen. Foto: kallerna/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Das Schmalblättrige Weidenröschen gehört zur Gattung der Weidenröschen in der Familie der Nachtkerzengewächse. Es wächst als sommergrüne, krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 50 bis 120 Zentimetern, es kann aber auch Höhen von zwei Metern erreichen. Weit kriechende Rhizome dienen als Überdauerungs- und vegetatives Vermehrungsorgan.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Die Pflanze ist eine gute Bienenweide. In der Kapselfrucht befinden sich viele Samen, die sich als Schirmchenflieger weiträumig vermehren. Die winzigen Samen sind langlebig. Die Pflanze kann Kahlflächen schnell besiedeln.

Ein weiteres Tier ist zwar weder im Wappen noch in der Flagge enthalten, es ist aber seit 1985 der offizielles Vogel des Yukons. Es ist der Rabe.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Der Rabe, seit 1985 offizieller Vogel des Yukon. Foto: Sigurður Atlason/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Dieser Vogel, der häufig in Mythen, auch der First Nations Nordamerikas, seinen Eingang findet, hat mit anderen Vögel der Familie der Rabenvögel (Raben und Krähen) die größte Intelligenz.
Wissenschaftliche Experimenten haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, komplexe Handlungen zu planen und umzusetzen.
Raben kommen im Yukon weit verbreitet vor, wo der Vogel auch manchmal boshaft sein kann. Und, die Raben können offensichtlich mit anderen Tieren kommunizieren. Habt ihr schon einmal einen bellenden Raben gesehen und gehört?

 

 

Jan 01
Themen
Natur

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt 0

First Nations bauten wilde Pfeilkrautpflanzen als Stärkelieferanten an

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Im ärchäologischen Gebiet DhRp-52 wurde die 3800 Jahre alte Hydrokultur gefunden. Foto: Katzie Development Limited Partnership

Es ist vermutlich der älteste Garten Nordamerikas und er lag unter Wasser. Archäologen haben an der Fundstätte DhRp-52, 30 Kilometer östlich Vancouvers eine zweigeteilte Kultur gefunden. In der Wasserfläche wurden sogenannte Wapatos angebaut, Pflanzen aus der Gattung der Pfeilkräuter. Die Wapatos gedeihen im schlammigen Wasser und bilden stärkehaltigen Knollen. Sie werden deshalb auch „swamp potatoes“ oder „indian potatoes“ genannt, auch wenn sie mit Kartoffeln nichts zu tun haben.
Die Hydrokultur, in der die Katzie bereits vor 3800 Jahren gezielt wilde Pflanzen angebaut wurde, war zweigeteilt aufgebaut. Im Wasser wurden die Knollen angebaut, auf dem erhöht liegenden Land wohnten die Menschen und verarbeiteten die Knollen.

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Wapato-Schalen und Grabwerkzeuge, gefunden in DhRp-52. Foto: Katzie Development Limited Partnership

Bei den Ausgrabungen fand das Team um die Archäologin Tanja Hoffmann mehr als 3700 Wapatos. Die Überreste der verarbeiteten Knollen, zumeist die Schalen, sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt und weisen im Inneren noch Stärkereste auf. Bei den Grabungen im Gebiet DhRp-52 wurden auch 150, im Feuer gehärtete Holzwerkzeuge mit kellenförmiger gerundeter Vorderkante gefunden. Diese Werkzeuge wurden offensichtlich zur Ernte der Knollen eingesetzt. Die früher unter Wasser gelegene Anbaufläche selbst war mit Steinen ausgelegt, so dass sich die Knollen nicht zu tief in den Boden eingraben und damit leichter geerntet werden konnten. Das Forscherteam sieht den Fund als Beleg dafür an, dass sich die damalige Jäger- und Sammler-Kultur der ersten Form der Landwirtschaft zuwandten und damals noch unveränderte Wildpflanzen unter kontrollierten Bedingungen gedeihen ließen. Damit verbesserten die Menschen, die nun regelmäßig Zugang zu stärkehaltige Pflanzen hatten, ihre Lebensbedingungen merklich.

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Sagittaria latifolia, auch Wapato, Swamp Potatoe oder Indian Potate genannt.
Foto:Bouba/https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

Die Katzie First Nation lebt heute mit einer Population von ungefähr 500 Personen am Fraser River und im Einzugsgebiet des Pitt Lake. Sie sprechen einen Dialekt des Halkomelem aus der Salish-Sprachfamilie.

Der Original-Artikel erschien im Dezember 2016 unter http://advances.sciencemag.org/content/2/12/e1601282.full

Die Veröffentlichung einer deutschen Zusammenfassung erfolgt als nichtkommerzielle Veröffentlichung unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/

Nov 21
Themen
Natur

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier 0

Der große Arbeits- und Wasserhund begeistert durch angeborene Charakterzüge

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Schon ganz klein ein Großer, der Neufundländer.

Der Neufundländer bezeugt die lange zurück liegende Besiedelungsgeschichte des Nordosten Kanadas. In der imposanten Hunderasse spiegeln sich neben den einheimischen Hunderasse der Eingeborenen auch die um das Jahr 1100 mit den Wikingern angesiedelten großen schwarzen Bärenhunden. Europäische Fischer brachten weitere Rassen mit auf das Festland, die an der Gestaltung und Auffrischung der Rassen mitwirkten.

Allerdings war der Neufundländer schon zu Zeiten der Kolonisation um das Jahr 1610 herum als eigenständige Rasse geboren. Die imposante Größe, seine kräftige Bemuskelung haben es dem Neufundländer gestattet, an Land schwere Lasten zu ziehen und dabei die extremen klimatischen Bedingungen zu ertragen. Auch als Wasser- und Rettungshund trotzt er den Gefahren des Meeres. Der Neufundländer ist als Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Der Hund kommt ist in den Farben Schwarz, Weiss-Schwarz und Braun zugelassen.

In der FCI sind die Farben wie folgt beschrieben:

Schwarz: Die herkömmliche Farbe des Neufundländers ist schwarz. Der Farbton soll so einheitlich wie möglich sein, aber ein leichter Schimmer wie von Sonnenbrand istzulässig. Weisse Abzeichen an der Brust, an den Zehen und / oder an der Spitze der Rute sind erlaubt.
Weiss-schwarz: Diese Varietät ist für die Rasse von historischer Bedeutung. Zu bevorzugen sind ein schwarzer Kopf mit weisser Belsse, die sich bis zum Fang hin erstreckt, ein schwarzer Sattel mit gleichmässigen Abzeichen und eine schwarze Kruppe mit schwarzer Oberseite der Rute. Alles Übrige muss weiss sein und darf ein Minimum an Tüpfelung aufweisen. Aus den weiss-schwarzen Neufundländern ist im 20.. Jahrhundert die eigenständige Hunderasse „Landseer“ entstanden.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Ein enger Verwandter des weiss-schwarzen Neufundländers, der Landseer. Foto unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Braun: Diese Farbe geht von schokoladenfarben bis zu bronzefarben. Weisse Abzeichen sind an der Brust, auf den Zehen und / oder an der Spitze der Rute zulässig.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Auch mit braunem Fell eine stattliche Erscheinung. Foto: Peter Ludes / https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:GNU_Free_Documentation_License,_version_1.2

Der Neufundländer ist ein stattlicher Hund, kein Zwingerhund und kein Hund für eine kleine Wohnung. Die Widerristhöhe beträgt bei erwachsenen Rüden im Durchschnitt 71 Zentimeter, bei Hündinnen 66. Ein erwachsener Rüde wiegt im Durchschnitt 68 Kilogramm, eine Hündin 54. Die freundlichen, wunderhübschen Tiere, wahre Kanadier werden ungefähr 10 Jahre alt. Er gilt als freundlich, ausgeglichen und ruhig. Aggresivität und scheues Verhalten werden als Fehler im Rassestandard bezeichnet.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Die großen Hunde, wahre Kanadier lieben die Wasserarbeit.

Der Neufundländer ist ein Fischer- und Rettungshund, er verfügt über eine ausgeprägte Wasserpassion. Der Hund besitzt eine hohe Intelligenz, er muss also beschäftigt werden. Er ist kein Tier für bequeme Schönwettermenschen. Auch ist der Neufundländer kein Diener seines Herrn, vielmehr ist er eine der wenigen Hunderassen, die in der Lage sind selbständig zu handeln, was viele belegte Menschenrettungen aus dem Wasser, aber auch an Land, bezeugen.
Der Neufundländer ist ein wahrer Familienhund, der bei seinen Menschen sein will. Er ist im Umgang mit Kindern ein sehr geduldiger Hund, ein Freund, der immer an der Seite ist.

Okt 09
Themen
Natur

Into the Tempered Rainforest 0

Kurz vor Port Hardy biege ich auf eine logging road (Schotterstraßen, die Zubringer zu den Baumfällgebieten sind). Sie dehnt sich wie ein Flusssystem aus und verästelt sich in immer weitere Seitenarme. 50-60 km Waldgebiet liegen vor mir. Kanada ist der größte oder zweitgrößte Holz“produzent“ der Welt (je nach Quelle). Britisch Kolumbien ist zu 68% bewaldet und die Holzwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Britisch Kolumbien.

Von Andreas Janthur

Into the Tempered Rainforest

Auf den Logging Roads.

Inmitten des Straßennetzes liegt Holberg, ein kleiner Holzfällerort. Eine Tanke mit angeschlossenem Tante-Emma-Laden, eine Bar, ein Mini Post office, ein paar Häuser und das Areal der Logging Company mit schwerem Gerät. Ich rolle mit einem Halbplatten vor die Tankstelle. Miloš, der Ladenbesitzer schüttelt lächelnd den Kopf, zu viel Druck auf den Reifen, kaum Profil und nicht für das Gewicht meines Campers ausgelegt. „Gute Reifen sind mit das wichtigste hier“ sagt er, während er den Reifen flickt. Im Reifenwechseln bin ich mittlerweile Profi. Gäbe es ein Seepferdchen in Jacking (etwas mit dem Wagenheber anheben), würde ich es in Angriff nehmen. Hochjacken, sichern, was unterlegen, weiterjacken. Bei mir sind es bislang Pfosten und Trucks gewesen, aber alles ist denkbar. Haus zu klein? Dann jacken wir es doch hoch, bauen einen zweiten Stock drunter und setzen das alte Haus drauf.

Into the Tempered Rainforest

Wundervoller Regenwald an Kanadas Westküste.

Aber zurück zum Hier und Jetzt. Ich befinde mich wieder auf dem Weg, ein geliehenes Reserverad (meins passt nicht, wie ich bei dieser Gelegenheit feststellen musste), ein Kompressor für den Zigarettenanzünder und ein Funkgerät für den Notfall im Gepäck . Das Funkgerät ist für eine 2-Tage-Wanderung im Cape Scott Provincial Park gedacht, damit ich notfalls die Küstenwache erreichen kann. „Da ist nämlich niemand außer Dir im Januar. Keine Ranger und keine anderen Wanderer.“ Ich weiß nicht, ob ich die Sorge teilen soll, es soll keine schwere Strecke sein, aber ich bin dankbar für die Hilfsbereitschaft. Mein Ziel ist der Leuchtturm von Cape Scott. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde zwei Mal versucht das Gebiet zu besiedeln, was aber beide Male scheiterte. Zu beschwerlich war der Weg, zu abgelegen das Gebiet, mangelnde Einnahmequellen, so dass die meisten es nach wenigen Jahren wieder verließen, obwohl zeitweilig 600 Personen dort lebten. Die Natur hat sich alles zurück geholt. Wo einst Holzhäuser standen ist fast nichts zu sehen, außer ein paar rostiger Gerätschaften. Der Pfad zum Leuchtturm ist nicht schwer, aber sehr schlammig und rutschig. Der Name tempered rainforest (gemäßigter Regenwald) macht dem Gebiet Ehre, nur zur 2-Tagestour nicht, worüber ich sehr glücklich bin. Nichtsdestotrotz steht 5 km vor dem Leuchtturm alles wadenhoch unter Wasser. Wetlands. Ich springe noch 100 m von matschigem Flecken zu matschigem Flecken bis es nicht mehr geht, ziehe die Schuhe aus und steige ins Wasser, es ist eiskalt und sticht an den Füßen. Wenige Minuten wate ich so durch die Gegend, aber da das Ende nicht absehbar ist und ich meine Füße nicht mehr spüre, kehre ich um und wandere an eine andere Bucht wo ich zelte. Die See ist ruhig, aber ihre Kraft lässt sich erahnen. Am oberen Teil des Strandes liegen riesige Baumstämme wie abgewetzte Zahnstocher durcheinander, hingeworfen von der Kraft der Wellen.

Into the Tempered Rainforest

Im Inneren des Regenwaldes.

Als ich wieder aus dem Park komme, treffe ich Chris. Er hat zottlige schottische Hochlandrinder und wohnt auf einer abgelegen Farm nahe des Parks. Auf seinem Handy zeigt er Bilder von gestellten Pumas. 130 kg schwere Katzen, die auch Hochlandrinder reißen können. Tatzen fast so groß wie seine Hand. Ich bin froh, dass ich keiner begegnet bin. Chris hat mal eine Nacht im Generatorschuppen verbracht, weil daneben ein Puma saß und er nicht ins Haus zurück konnte.

Tags darauf hat mich der Asphalt wieder – ohne Panne diesmal.

Impressionen:

Alle Bilder dieses Beitrages © Andreas Janthur

Über den Autoren Andreas Janthur:

Andreas Janthur

Andreas Janthur

Hat Medieninformatik in Wernigerode und Madrid studiert. Standbein ist Berlin, zur Zeit arbeitet er Kanada. Für Projekte ist Janthur weltweit tätig. Die Sprachen Englisch und Spanisch beherrscht er als Fremdsprache auf Arbeitsniveau.
Andreas Janthur kann in folgenden Bereichen tätig sein: Konzeption und Beratung von Filmprojekten, Umsetzung von gestalterisch ansprechenden und hochwertigen Aufnahmen, Filmschnitt und Animationen, Postproduktion von Live-Action-Inhalten für Fulldomefilme.

http://andreasjanthur.de/

Sep 27
Themen
Natur

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere 0

Ein Refugium für Tiere, hautnah und ohne Teleobjektiv zu beobachten

Es begann in den 1960er Jahren, als Danny Nowlan als Feuerbekämpfer, Firefighter, über große Gebiete flog, um nach Waldbränden Ausschau zu halten. Dabei entdeckte er ein Gebiet, das er sofort ins Herz schloss und eine Projektidee, das heutige Yukon Wildlife Preserve, war geboren. 

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Danny Nowlan, 2011 im Alter von 82 Jahren verstorbener Gründer des Yukon Wildlife Preserve. Foto: Mike Thomas/Yukon News

Im Jahre 2004 erzählte der im Jahr 2011 verstorbene Gründer des Yukon Wildlife Preserve, Danny Nowlan in einem Interview wie alles mit dem Projekt begann, das heute aufgrund der geänderten Gesetzgebung in Kanada nicht mehr möglich wäre.
„Ich erinnere mich, wir überflogen das Gebiet vor fast 35 Jahren. Damals habe ich für die Forstwirtschaft gearbeitet. Und dann war der Flecken Erde da, wo ich Falken, wilde Schafe und andere Tiere halten konnte. Es war alles da, Wasser, Felsen, Wiesen, alles an einem Ort. Ich war schon vorher aufgeregt, und dann war der Mann, der das Land besaß, bereit es zu verkaufen.“

Jungen Menschen die Natur und die Tierwelt des Yukon näherzubringen war Ziel von Danny Nowlan

Nach dem Erwerb des Landes begann Danny Nowlan, Hirsche und Bisons anzusiedeln. Nach und nach kamen weitere Tiere dazu. Waren viele heimische Tiere dabei wurde der Hirsch (Elk) als nichtheimisches Tier für die Trophäenjagd ausgewildert, eine Möglichkeit der Finanzierung des Wildlife Preserve.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

400 Jahre waren die Bisons im Yukon ausgestorben, bis sie durch das Wildlife Preserve vor 40 Jahren wieder an- und ausgesiedelt wurden. Foto: T.Barth

Ein großer Wunsch von Danny Nowlan war, dass Kindern die Natur und die Tierwelt des Yukon näher gebracht wird. Das galt auch für die Bisons, denn über 400 Jahren waren die prächtigen Tiere im Yukon ausgestorben. Die Büffel fühlen sich offensichtlich im Yukon wohl, denn Ihre Anzahl wächst ständig.

Danny Nowlans Wunsch, Kindern die Schönheit des Yukons nahe zu bringen, erfüllte sich erst nach seinem Tod im Jahr 2011. Heute gibt es ein großes Programm, dass Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Kindergarten- bis zum Yukon-College-Programm unterschiedliche Einblicke in die Natur und Tierwelt gibt. In Nature Camps lernen sie die Natur, die ihre Zukunft und der ihrer Kinder dokumentiert, kennen und schützen.

Das Yukon Wildlife Preserve pflegt verletzte und verwaiste Tiere und bereitet sie auf die Rückkehr in die Wildnis vor

Aber das Yukon Wildlife Preserve ist mehr als ein Refugium, das den wilden Tieren des Yukons viel mehr Platz bietet als ein herkömmlicher Zoo. Das Refugium soll in den kommenden 10 bis 15 Jahren Zug um Zug um 500 Acres (202 Hektar) pro Jahr erweitert werden. Im Jahr 2012 wurde das Preserve von einer unabhängigen Organisation untersucht. Dabei wurde die besondere Intaktheit des mittlerweile in Staatsbesitz befindlichen Landes der Non-Profit-Organisation und die außerordentliche Gesundheit der Tiere dokumentiert.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Die im Yukon nicht heimischen, angesiedelten Hirsche dienen der Jagd. Foto: T.Barth

Auf dem Gelände werde auch verletzte und verwaiste Tiere gepflegt und aufgezogen, um sie zu gegebener Zeit wieder in die Wildnis zurückkehren zu lassen. Von den 68 Tieren, die von Juni 2014 bis Juni 2015 gepflegt wurden, konnten 62 freigelassen werden, die anderen Tiere bleiben in der Obhut des Preserves, weil sie weiterer Rehabilitation bedürfen, oder weil der Kontakt zum Menschen eine Rückkehr nicht mehr zulässt. Das Yukon Wildlife Preserve ist ein Mitglied der International Wildlife Rehabilitation Council (IWRC).

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Perfekte Tarnung. Luchs im winterlichen Unterholz. Foto: T.Barth

Auch Weißkopfseeadler werden im Preserve erfolgreich nach Notfällen behandelt. So wurden 2013 zwei Jungadler, die sich nach einem Sturm Knochenbrüche zugezogen hatten, erfolgreich operiert und rehabilitiert und wieder in die Freiheit entlassen.

In Zukunft will sich das Yukon Wildlife Preserve verstärkt der Zusammenarbeit mit Universitäten widmen. In erster Linie wird man sich dem Klimawandel und dessen Auswirkung auf Flora und Fauna widmen, der im Yukon fünfmal schneller voranschreitet als anderswo.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Ein Urtier der Tundra, der Moschusochse. Foto: T.Barth

Das Yukon Wildlife Preserve finanziert sich zu 94 Prozent selbst, aus Spenden und Eintrittgeldern. Wer die wertvolle Arbeit vor Ort unterstützen möchte, der kann dies mit einer Mitgliedschaft tun. Mit 25 Can$ ist ein Erwachsener in der regulären Mitgliedschaft dabei, wer noch weiter unterstützen möchte, zahlt 40 Can$ oder mehr.

Die Mitgliedsbroschüre gibt’s hier: http://www.yukonwildlife.ca/Documents/2014_03_28%20-%20Memberhip%20Brochure%20-%20Web.pdf

25.000 Besucher hat das Preserve im Jahr, das bewusst auf jegliche Kommerzialisierung verzichtet. Es gibt weder Restaurants noch irgendwelche Bespaßungsprogramme, die weitläufige Natur und die Tierwelt, es gibt eine garantierte Wildtiersichtung, stehen im Vordergrund. Es gibt Picknicktische für ein Vesper,  in der näheren Umgebung gibt es Campgrounds, Hostels und natürlich die berühmten Hot-Springs.

Yukon Wildlife Preserve -Ein Paradies für wilde Tiere

Mit solch einem prächtigen Gehörn kann man sich wohl in Szene setzen. Foto: T.Barth

Hier stellt sich das Yukon Wildlife Preserve in einem kurzen Film vor.

 

 

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