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Archiv für das Thema: Natur

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia 0

Im zweiten Teil unserer kleinen Serie über die Tiere und Pflanzen in den Flaggen und Wappen der kanadischen Provinzen und Territorien stellen wir euch die Pazifik-Provinz British Columbia vor.

Der Wahlspruch der Provinz lautet: Splendor sine occasu („Pracht ohne Einschränkung“)

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia

Die Flagge von British Columbia.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia

Das Wappen (Coat of Arms) von British Columbia.

Im Wappenschild British Columbias findet sich der Union Jack, der die Verbundenheit der Provinz mit der britischen Monarchie symbolisiert. Darunter zeigen die aufgehende Sonne und die weiß-blauen Wellen die Lage der Provinz zwischen Pazifik und Rocky Mountains.

Schildhalter sind zwei Tiere, eines kommt auf Vancouver Island vor, das andere auf dem Festland.

Der Wapiti von Vancouver Island:

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia

Wapiti-Herde. Foto: Glen Smart/U.S. Fish and Widlife Service

Der Wapiti (in der Sprache der Shawnee-Indianer „weißes Hinterteil“) gehört zur Familie der Hirsche. Die nordamerikanischen Wapitis werden auch Elk genannt. Die Tiere sind als Unterart des Rothirsches größer als europäische Rothirsche.
Die nach dem Elch (nordamerikanisch Moose) zweitgrößte Hirschart in Nordamerika haben Schulterhöhen zwischen 75 Zentimetern und 1,5 Metern. Sie wiegen zwischen 230 und 450 Kilogramm. Die Geweihe messen zwischen einem und 1,5 Metern.
Der Rocky-Mountain-Wapiti besiedelt die kanadischen Provinzen Britisch Columbia und Alberta. Die Gesamtpopulation in Nordamerika wird auf 750.000 Tiere geschätzt.

Das Dickhornschaf vom Festland:

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia

Dickhornschaf im Banff Nationalpark. Foto: H.Sels/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

Das Dickhornschaf lebt als wildes Tier im westlichen Nordamerika. Das Tier hat eine Schulterhöhe von 80 bis 100 Zentimeter und wiegt je nach Geschlecht und Lebensraum zwischen 35 und 140 Kilogramm.

Sowohl männliche als auch weibliche Dickhornschafe tragen Hörner, die Weibchen säbelartig nach hinten, die Männchen einmal über die Ohren gedreht. Bei älteren Tieren findet man sogar eine zweite Drehung. Die massiven Hörner erstrecken sich bis zu 80 Zentimeter und wiegen bis zu 14 Kilogramm.

Die tagaktiven Gebirgsbewohner sind gut an das Leben in den Bergen angepasst. Sie können exzellent klettern, aber auch gut schwimmen. Die Tiere leben geschlechtergetrennt in Gruppen, die im Sommer zehn, im Winter bis zu 100 Tiere umfassen können. Die Nahrung dieser Tiere besteht vorwiegend aus Gräsern. Daneben fressen sie auch Kräuter und andere Pflanzen.

Den Pflanzen-Part im Wappen bildet der Hartriegel ab:

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 2 British Columbia

Der Nuttalls Blüten-Hartriegel. Foto. Walter Siegmund/GNU Free Documentation License 1.2

Der Nuttalls Blüten-Hartriegel wächst in den feuchten Nadelwäldern an der Pazifikküste Nordamerikas.  Der kleine, laubwerfende Baum wird wegen seiner Blütenpracht kultiviert. Die langen Äste können bis zu 30 Meter lang werden.
Der Blütenstand besteht aus einer Dolde mit vielen winzigen Einzelblüten. Die Früchte, die sich aus den Blüten bilden, sind kleine, rote Beeren, die gerne von Vögeln und kleinen Säugetieren gefressen werden. Durch das Ausscheiden der in den Beeren enthaltenen Kerne sorgen die Tiere für die Verbreitung der Pflanze.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien – Teil 1 Yukon 0

In den Wappen und Flaggen der kanadischen Provinzen und Territorien werden Tiere vorgestellt, die in den Regionen heimisch sind, die Provinzen und Territorien präsentieren. Aber auch Tiere die Stärke repräsentieren, wie zum Beispiel der Löwe oder der Leopard, finden sich in den Wappen und Flaggen wieder.

In einer kleinen Serie wollen wir euch die Tiere und Pflanzen vorstellen. In Teil I stellen wir das Territorium Yukon vor.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Die Flagge des Yukon. Quelle: https://openclipart.org/share

 

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Das Wappen (Coat of Arms) Yukon. Quelle: https://openclipart.org/share

Im Wappen und in der Flagge des Yukon werden die Berge des Territoriums und vier Goldmünzen, die den Reichtum an Bodenschätzen gezeigt.

Das Helmkleinod stellt den Alaskan Malamute dar.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Der Alaskan Malamute ist der größte und stärkste Schlittenhund. Foto: SCMW/https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en

Seit über 2000 Jahren ist der Alaskan Malamute ein treuer Begleiter des Menschen in den arktischen Regionen. Bis ins 19. Jahrhundert war die große und starke Rasse der einzige Schlittenhund im nordwestlichen Teil der Arktis. Hauptaufgabe der beeindruckenden Hunde ist das ziehen von Gütern auf großen Schlitten. Die Hunderasse (FCI-Gruppe 5, Sektion 1, Standard Nr. 243) ist nach dem Stamm der Malemute benannt. Sein wetterfestes doppeltes Fell prädestiniert den Hund für den Aufenthalt und die Arbeit an der Seite des Menschen in den arktischen Regionen.

Das Schmalblättrige Weidenröschen bildet mit sich kreuzenden Zweigen das Postament des Wappens.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Das Schmalblättrige Weidenröschen. Foto: kallerna/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Das Schmalblättrige Weidenröschen gehört zur Gattung der Weidenröschen in der Familie der Nachtkerzengewächse. Es wächst als sommergrüne, krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 50 bis 120 Zentimetern, es kann aber auch Höhen von zwei Metern erreichen. Weit kriechende Rhizome dienen als Überdauerungs- und vegetatives Vermehrungsorgan.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Die Pflanze ist eine gute Bienenweide. In der Kapselfrucht befinden sich viele Samen, die sich als Schirmchenflieger weiträumig vermehren. Die winzigen Samen sind langlebig. Die Pflanze kann Kahlflächen schnell besiedeln.

Ein weiteres Tier ist zwar weder im Wappen noch in der Flagge enthalten, es ist aber seit 1985 der offizielles Vogel des Yukons. Es ist der Rabe.

Die Wappentiere und Pflanzen der Provinzen und Territorien - Teil 1 Yukon

Der Rabe, seit 1985 offizieller Vogel des Yukon. Foto: Sigurður Atlason/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Dieser Vogel, der häufig in Mythen, auch der First Nations Nordamerikas, seinen Eingang findet, hat mit anderen Vögel der Familie der Rabenvögel (Raben und Krähen) die größte Intelligenz.
Wissenschaftliche Experimenten haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, komplexe Handlungen zu planen und umzusetzen.
Raben kommen im Yukon weit verbreitet vor, wo der Vogel auch manchmal boshaft sein kann. Und, die Raben können offensichtlich mit anderen Tieren kommunizieren. Habt ihr schon einmal einen bellenden Raben gesehen und gehört?

 

 

Jan 01
Themen
Natur

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt 0

First Nations bauten wilde Pfeilkrautpflanzen als Stärkelieferanten an

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Im ärchäologischen Gebiet DhRp-52 wurde die 3800 Jahre alte Hydrokultur gefunden. Foto: Katzie Development Limited Partnership

Es ist vermutlich der älteste Garten Nordamerikas und er lag unter Wasser. Archäologen haben an der Fundstätte DhRp-52, 30 Kilometer östlich Vancouvers eine zweigeteilte Kultur gefunden. In der Wasserfläche wurden sogenannte Wapatos angebaut, Pflanzen aus der Gattung der Pfeilkräuter. Die Wapatos gedeihen im schlammigen Wasser und bilden stärkehaltigen Knollen. Sie werden deshalb auch „swamp potatoes“ oder „indian potatoes“ genannt, auch wenn sie mit Kartoffeln nichts zu tun haben.
Die Hydrokultur, in der die Katzie bereits vor 3800 Jahren gezielt wilde Pflanzen angebaut wurde, war zweigeteilt aufgebaut. Im Wasser wurden die Knollen angebaut, auf dem erhöht liegenden Land wohnten die Menschen und verarbeiteten die Knollen.

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Wapato-Schalen und Grabwerkzeuge, gefunden in DhRp-52. Foto: Katzie Development Limited Partnership

Bei den Ausgrabungen fand das Team um die Archäologin Tanja Hoffmann mehr als 3700 Wapatos. Die Überreste der verarbeiteten Knollen, zumeist die Schalen, sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt und weisen im Inneren noch Stärkereste auf. Bei den Grabungen im Gebiet DhRp-52 wurden auch 150, im Feuer gehärtete Holzwerkzeuge mit kellenförmiger gerundeter Vorderkante gefunden. Diese Werkzeuge wurden offensichtlich zur Ernte der Knollen eingesetzt. Die früher unter Wasser gelegene Anbaufläche selbst war mit Steinen ausgelegt, so dass sich die Knollen nicht zu tief in den Boden eingraben und damit leichter geerntet werden konnten. Das Forscherteam sieht den Fund als Beleg dafür an, dass sich die damalige Jäger- und Sammler-Kultur der ersten Form der Landwirtschaft zuwandten und damals noch unveränderte Wildpflanzen unter kontrollierten Bedingungen gedeihen ließen. Damit verbesserten die Menschen, die nun regelmäßig Zugang zu stärkehaltige Pflanzen hatten, ihre Lebensbedingungen merklich.

Hydrokultur-Reste im Stammesgebiet der Katzie sind 3800 Jahre alt

Sagittaria latifolia, auch Wapato, Swamp Potatoe oder Indian Potate genannt.
Foto:Bouba/https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

Die Katzie First Nation lebt heute mit einer Population von ungefähr 500 Personen am Fraser River und im Einzugsgebiet des Pitt Lake. Sie sprechen einen Dialekt des Halkomelem aus der Salish-Sprachfamilie.

Der Original-Artikel erschien im Dezember 2016 unter http://advances.sciencemag.org/content/2/12/e1601282.full

Die Veröffentlichung einer deutschen Zusammenfassung erfolgt als nichtkommerzielle Veröffentlichung unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/

Nov 21
Themen
Natur

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier 0

Der große Arbeits- und Wasserhund begeistert durch angeborene Charakterzüge

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Schon ganz klein ein Großer, der Neufundländer.

Der Neufundländer bezeugt die lange zurück liegende Besiedelungsgeschichte des Nordosten Kanadas. In der imposanten Hunderasse spiegeln sich neben den einheimischen Hunderasse der Eingeborenen auch die um das Jahr 1100 mit den Wikingern angesiedelten großen schwarzen Bärenhunden. Europäische Fischer brachten weitere Rassen mit auf das Festland, die an der Gestaltung und Auffrischung der Rassen mitwirkten.

Allerdings war der Neufundländer schon zu Zeiten der Kolonisation um das Jahr 1610 herum als eigenständige Rasse geboren. Die imposante Größe, seine kräftige Bemuskelung haben es dem Neufundländer gestattet, an Land schwere Lasten zu ziehen und dabei die extremen klimatischen Bedingungen zu ertragen. Auch als Wasser- und Rettungshund trotzt er den Gefahren des Meeres. Der Neufundländer ist als Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Der Hund kommt ist in den Farben Schwarz, Weiss-Schwarz und Braun zugelassen.

In der FCI sind die Farben wie folgt beschrieben:

Schwarz: Die herkömmliche Farbe des Neufundländers ist schwarz. Der Farbton soll so einheitlich wie möglich sein, aber ein leichter Schimmer wie von Sonnenbrand istzulässig. Weisse Abzeichen an der Brust, an den Zehen und / oder an der Spitze der Rute sind erlaubt.
Weiss-schwarz: Diese Varietät ist für die Rasse von historischer Bedeutung. Zu bevorzugen sind ein schwarzer Kopf mit weisser Belsse, die sich bis zum Fang hin erstreckt, ein schwarzer Sattel mit gleichmässigen Abzeichen und eine schwarze Kruppe mit schwarzer Oberseite der Rute. Alles Übrige muss weiss sein und darf ein Minimum an Tüpfelung aufweisen. Aus den weiss-schwarzen Neufundländern ist im 20.. Jahrhundert die eigenständige Hunderasse „Landseer“ entstanden.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Ein enger Verwandter des weiss-schwarzen Neufundländers, der Landseer. Foto unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Braun: Diese Farbe geht von schokoladenfarben bis zu bronzefarben. Weisse Abzeichen sind an der Brust, auf den Zehen und / oder an der Spitze der Rute zulässig.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Auch mit braunem Fell eine stattliche Erscheinung. Foto: Peter Ludes / https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:GNU_Free_Documentation_License,_version_1.2

Der Neufundländer ist ein stattlicher Hund, kein Zwingerhund und kein Hund für eine kleine Wohnung. Die Widerristhöhe beträgt bei erwachsenen Rüden im Durchschnitt 71 Zentimeter, bei Hündinnen 66. Ein erwachsener Rüde wiegt im Durchschnitt 68 Kilogramm, eine Hündin 54. Die freundlichen, wunderhübschen Tiere, wahre Kanadier werden ungefähr 10 Jahre alt. Er gilt als freundlich, ausgeglichen und ruhig. Aggresivität und scheues Verhalten werden als Fehler im Rassestandard bezeichnet.

Der Neufundländer, ein sympathisch-zottliger Kanadier

Die großen Hunde, wahre Kanadier lieben die Wasserarbeit.

Der Neufundländer ist ein Fischer- und Rettungshund, er verfügt über eine ausgeprägte Wasserpassion. Der Hund besitzt eine hohe Intelligenz, er muss also beschäftigt werden. Er ist kein Tier für bequeme Schönwettermenschen. Auch ist der Neufundländer kein Diener seines Herrn, vielmehr ist er eine der wenigen Hunderassen, die in der Lage sind selbständig zu handeln, was viele belegte Menschenrettungen aus dem Wasser, aber auch an Land, bezeugen.
Der Neufundländer ist ein wahrer Familienhund, der bei seinen Menschen sein will. Er ist im Umgang mit Kindern ein sehr geduldiger Hund, ein Freund, der immer an der Seite ist.

Okt 09
Themen
Natur

Into the Tempered Rainforest 0

Kurz vor Port Hardy biege ich auf eine logging road (Schotterstraßen, die Zubringer zu den Baumfällgebieten sind). Sie dehnt sich wie ein Flusssystem aus und verästelt sich in immer weitere Seitenarme. 50-60 km Waldgebiet liegen vor mir. Kanada ist der größte oder zweitgrößte Holz“produzent“ der Welt (je nach Quelle). Britisch Kolumbien ist zu 68% bewaldet und die Holzwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Britisch Kolumbien.

Von Andreas Janthur

Into the Tempered Rainforest

Auf den Logging Roads.

Inmitten des Straßennetzes liegt Holberg, ein kleiner Holzfällerort. Eine Tanke mit angeschlossenem Tante-Emma-Laden, eine Bar, ein Mini Post office, ein paar Häuser und das Areal der Logging Company mit schwerem Gerät. Ich rolle mit einem Halbplatten vor die Tankstelle. Miloš, der Ladenbesitzer schüttelt lächelnd den Kopf, zu viel Druck auf den Reifen, kaum Profil und nicht für das Gewicht meines Campers ausgelegt. „Gute Reifen sind mit das wichtigste hier“ sagt er, während er den Reifen flickt. Im Reifenwechseln bin ich mittlerweile Profi. Gäbe es ein Seepferdchen in Jacking (etwas mit dem Wagenheber anheben), würde ich es in Angriff nehmen. Hochjacken, sichern, was unterlegen, weiterjacken. Bei mir sind es bislang Pfosten und Trucks gewesen, aber alles ist denkbar. Haus zu klein? Dann jacken wir es doch hoch, bauen einen zweiten Stock drunter und setzen das alte Haus drauf.

Into the Tempered Rainforest

Wundervoller Regenwald an Kanadas Westküste.

Aber zurück zum Hier und Jetzt. Ich befinde mich wieder auf dem Weg, ein geliehenes Reserverad (meins passt nicht, wie ich bei dieser Gelegenheit feststellen musste), ein Kompressor für den Zigarettenanzünder und ein Funkgerät für den Notfall im Gepäck . Das Funkgerät ist für eine 2-Tage-Wanderung im Cape Scott Provincial Park gedacht, damit ich notfalls die Küstenwache erreichen kann. „Da ist nämlich niemand außer Dir im Januar. Keine Ranger und keine anderen Wanderer.“ Ich weiß nicht, ob ich die Sorge teilen soll, es soll keine schwere Strecke sein, aber ich bin dankbar für die Hilfsbereitschaft. Mein Ziel ist der Leuchtturm von Cape Scott. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde zwei Mal versucht das Gebiet zu besiedeln, was aber beide Male scheiterte. Zu beschwerlich war der Weg, zu abgelegen das Gebiet, mangelnde Einnahmequellen, so dass die meisten es nach wenigen Jahren wieder verließen, obwohl zeitweilig 600 Personen dort lebten. Die Natur hat sich alles zurück geholt. Wo einst Holzhäuser standen ist fast nichts zu sehen, außer ein paar rostiger Gerätschaften. Der Pfad zum Leuchtturm ist nicht schwer, aber sehr schlammig und rutschig. Der Name tempered rainforest (gemäßigter Regenwald) macht dem Gebiet Ehre, nur zur 2-Tagestour nicht, worüber ich sehr glücklich bin. Nichtsdestotrotz steht 5 km vor dem Leuchtturm alles wadenhoch unter Wasser. Wetlands. Ich springe noch 100 m von matschigem Flecken zu matschigem Flecken bis es nicht mehr geht, ziehe die Schuhe aus und steige ins Wasser, es ist eiskalt und sticht an den Füßen. Wenige Minuten wate ich so durch die Gegend, aber da das Ende nicht absehbar ist und ich meine Füße nicht mehr spüre, kehre ich um und wandere an eine andere Bucht wo ich zelte. Die See ist ruhig, aber ihre Kraft lässt sich erahnen. Am oberen Teil des Strandes liegen riesige Baumstämme wie abgewetzte Zahnstocher durcheinander, hingeworfen von der Kraft der Wellen.

Into the Tempered Rainforest

Im Inneren des Regenwaldes.

Als ich wieder aus dem Park komme, treffe ich Chris. Er hat zottlige schottische Hochlandrinder und wohnt auf einer abgelegen Farm nahe des Parks. Auf seinem Handy zeigt er Bilder von gestellten Pumas. 130 kg schwere Katzen, die auch Hochlandrinder reißen können. Tatzen fast so groß wie seine Hand. Ich bin froh, dass ich keiner begegnet bin. Chris hat mal eine Nacht im Generatorschuppen verbracht, weil daneben ein Puma saß und er nicht ins Haus zurück konnte.

Tags darauf hat mich der Asphalt wieder – ohne Panne diesmal.

Impressionen:

Alle Bilder dieses Beitrages © Andreas Janthur

Über den Autoren Andreas Janthur:

Andreas Janthur

Andreas Janthur

Hat Medieninformatik in Wernigerode und Madrid studiert. Standbein ist Berlin, zur Zeit arbeitet er Kanada. Für Projekte ist Janthur weltweit tätig. Die Sprachen Englisch und Spanisch beherrscht er als Fremdsprache auf Arbeitsniveau.
Andreas Janthur kann in folgenden Bereichen tätig sein: Konzeption und Beratung von Filmprojekten, Umsetzung von gestalterisch ansprechenden und hochwertigen Aufnahmen, Filmschnitt und Animationen, Postproduktion von Live-Action-Inhalten für Fulldomefilme.

http://andreasjanthur.de/

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